Gesundheit

Bettwanzen: Wie schützt man sich?

PZ/NAS  |  11.11.2023

Wer in diesem Herbst einen Besuch in Paris plante, hat sich neben den berühmten Sehenswürdigkeiten sicher auch mit einem anderen Thema beschäftigt: dem Bettwanzen-Ausbruch, über den in lokalen Zeitungen und sozialen Medien berichtet wurde. Die lästigen Wanzen kommen weltweit vor – und sind nur schwer unter Kontrolle zu bringen.

Bettwanzen
Erwachsene Bettwanzen haben eine rötlich-braune Farbe und tummeln sich unter anderem in Ritzen von Lattenrosten oder Bettgestellen.
© Dzurag/iStockphoto

Die Vorstellung, im Schlaf von Wanzen gestochen zu werden, finden die meisten Menschen sehr eklig. In Paris sollen Bettwanzen aktuell häufig vorkommen – nicht nur in Hotelzimmern und Appartements wurden sie aufgespürt, fotografiert und in den sozialen Medien geteilt, sondern angeblich auch in Kinos und in Zügen der Métro – wobei sich Letzteres zunächst nicht bestätigte. Ein großes Problem dabei: Bettwanzen sind nicht meldepflichtig, es fehlen offizielle Zahlen und Wohnungseigentümer sowie Hotelbesitzer machen einen Bettwanzenbefall in den eigenen vier Wänden lieber nicht publik.

Die bekannten Fakten zu den Blutsaugern hat das Umweltbundesamt in der Broschüre "Bettwanzen – Erkennen, Vorbeugen, Bekämpfen" zusammengestellt, die auf der Internetseite der Behörde kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden kann. Demnach ist die Bettwanze ein flugunfähiges Insekt, das ganzjährig und weltweit in bewohnten Innenräumen auftritt. Im ausgewachsenen Zustand sind Bettwanzen 4 bis 8,5 Millimeter groß. Die Insekten geben einen nach Bittermandel riechenden Duftstoff ab, auf den Hunde speziell trainiert werden können. Ein Verzeichnis zertifizierter Bettwanzen-Spürhunde ist bei der Bed Bug Foundation Deutschland zu finden.

Bettwanzen sind nachtaktiv

Hauptwirt der Bettwanze ist der Mensch. Die Parasiten sind nachtaktiv und werden von Körperwärme, CO2 und Körpergeruch angelockt. Sie stechen den Menschen, saugen drei bis zehn Minuten lang Blut und ziehen sich dann in ihre Verstecke zurück: in die Ritzen von Lattenrosten, in und hinter Bilderrahmen sowie hinter Lichtschalter, überstehende Tapetenränder oder Scheuerleisten. In den Verstecken und drumherum findet man oft schwarze, punktförmige Kottropfen. Unter geeigneten Bedingungen können Bettwanzen sogar über mehrere Monate hungern. Insgesamt beträgt ihre Lebenserwartung etwa sechs Monate.

Stiche können starken Juckreiz auslösen

Ob und wie stark Menschen auf die Stiche reagieren, ist unterschiedlich. Bettwanzenstiche können sich in Form von juckenden und geröteten Pusteln, aber auch mit Blasen- und Quaddelbildung darstellen. Insofern sind sie – wenn sie im Sommer auftreten – von Mückenstichen meist nicht zu unterscheiden. Der Juckreiz kann bei Bettwanzenstichen jedoch stärker ausfallen. Gefährlich sind die Stiche aber nicht, denn sie übertragen laut Bundesumweltamt keine Krankheitserreger.

Weil die Insekten in ihren Verstecken nur sehr schwierig zu finden sind, bekommt man einen Bettwanzenbefall in der Regel selbst nicht in den Griff. Hierzu braucht es die Hilfe eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Je nach Ausmaß des Befalls müssen nur der betroffene Raum oder auch die gesamte Wohnung (mehrmals) mit Insektiziden behandelt werden.

Wie kann ich mich schützen?

Bettwanzen verbreiten sich hauptsächlich über befallene Gegenstände. Das können etwa Möbel, Matratzen, Bilderrahmen, CDs oder DVDs vom Flohmarkt sein, aber auch Reisegepäck. Um ein Einschleppen zu vermeiden, sollten daher gebraucht erworbene Gegenstände genau abgesucht werden. Es ist möglich, Bettwanzen abzutöten, indem man einen Gegenstand in einer fest verschlossenen Plastiktüte für drei Tage bei –18 °C einfriert.

Um von einer Reise keine Bettwanze als unliebsames Souvenir mit nach Hause zu bringen, sollte man in Hotelzimmern oder Pensionen Koffer oder Tasche grundsätzlich verschlossen und möglichst weit vom Bett entfernt aufbewahren. Diese Grundregel sollte auch in guten Unterkünften befolgt werden, denn Bettwanzen sind kein Zeichen schlechter Hygiene. Hegt man den Verdacht, in einem Zimmer mit Bettwanzen übernachtet zu haben, sollte man zu Hause sein Gepäck sicherheitshalber in der Badewanne auspacken und dabei genau inspizieren.

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