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Entzündeter Mückenstich: Was hilft?

pta/Forum/NAS  |  25.08.2023

Mückenstiche sind lästig, aber in der Regel harmlos. Seit einigen Jahren schwellen Mückenstiche jedoch häufiger stark an und entzünden sich. Warum das so ist, können Experten bislang nur vermuten. Was gegen die Entzündung und den Juckreiz hilft, lesen Sie hier.

Mädchen, cremt einen Mückenstich ein.
In der Apotheke gibt es Präparate zum Auftragen auf die Haut, die den Juckreiz nach einem Insektenstich mildern.
© Siarhei SHUNTSIKAU/iStockphoto

Das Jucken nach einem Stich ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Allerdings kommt es in den letzten Jahren immer häufiger zu großflächigeren Schwellungen oder sogar Entzündungen an der Einstichstelle – teils offen oder mit Eiter gefüllt. Die Gründe dafür werden in medizinischen Kreisen noch diskutiert. Der Mainzer Dermatologe Dr. Uwe Kirschner schließt eine zunehmende Verbreitung exotischer Mückenarten hierzulande als Ursache nicht aus. Diese könnten andere Gifte oder Giftmengen abgeben, sodass es zu stärkeren Reaktionen kommt. Als weiterer Verdächtiger gelten Umweltgifte. Auch wenn wissenschaftliche Beweise noch ausstehen, stünden beispielsweise Insektizide im Verdacht, allergische Reaktionen auszulösen und zu Komplikationen zu führen. Die chemischen Substanzen könnten über den Speichel der Mücken in die Haut gelangen – wenn auch nur in geringen Mengen.

Stiche entzünden sich meist dann, wenn sie aufgekratzt werden. Durch die verletzte Hautoberfläche können Bakterien, die vom Mundwerkzeug des Insekts zunächst auf die Hautoberfläche gelangt sind, in die Tiefe dringen. Kirschner warnt vor einer Mischinfektion mit Hautbakterien: „Hat die Mücke beispielsweise zuvor auf einem Hundehäufchen gesessen, können Fäkalbakterien wie Streptokokken oder Kolibakterien übertragen werden.“ Streptokokken wiederum könnten im schlimmsten Fall eine Sepsis verursachen, wenn sie in den Blutkreislauf gelangen oder ein Lymphödem, wenn sie in die Lymphbahn gelangen.

Was tun bei einer Entzündung?

„Bei einer Entzündung wird ein Arzt wahrscheinlich eine kortisonhaltige Salbe verschreiben“, erklärt Kirschner. Bei mehreren Stichen seien auch Antihistaminika oder Cortisontabletten sinnvoll. Liegt eine bereits schwere bakterielle Infektion vor, werde ein Antibiotikum notwendig, um eine Blutvergiftung zu verhindern.

Es gelte daher: Kommt es zu einer sehr starken lokalen Reaktion, beispielsweise indem sich die Haut um den Stich stark rot verfärbt oder flammenförmige Ausläufer zeigt, ist ein Arztbesuch notwendig. Erst recht, wenn sich die Rötung, Verfärbung oder Schwellung immer weiter ausweitet und etwa einen Durchmesser von 15 Zentimetern erreicht. Insbesondere dann, wenn ganze Körperbereiche betroffen seien, zum Beispiel die ganze Hand, der ganze Unterarm oder der gesamte Unterschenkel, sei damit nicht mehr zu spaßen. Ebenso bei Fieber. „Bei solch einer systematischen Reaktion auf einen Stich sollte man nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen“, sagt der Experte.

Was den Juckreiz stoppt

Um einer Entzündung vorzubeugen, ist es wichtig, nicht zu kratzen – dies bringe nur eine kurze Linderung, nämlich indem der Juckreiz durch das leichte Schmerzgefühl überlagert werde. Das Problem: Die Linderung hält nicht an, sondern verschlimmert sich noch mit jedem Kratzen. Er empfiehlt, dem Juckreiz mit anderen Mitteln entgegenzuwirken. Die Einstichstelle beispielsweise mit einem kalten, feuchten Lappen oder einem Coolpack zu kühlen. Das verlangsame den Entzündungsprozess und stoppe die Weiterleitung des Juckreizes über die Nervenbahnen zum Gehirn. Danach könne man ein am besten gekühltes Gel aus der Apotheke gegen den Juckreiz auftragen. Auch das Gegenteil – Hitze – wirke wahre Wunder bei Mückenstichen, so der Dermatologe. Dazu das Gewebe an der Einstichstelle mittels eines speziellen, circa 50 Grad heißen, Mückenstifts kurz aufheizen. „Dies führt dazu, dass die juckreizauslösenden Stoffe des Mückensekrets zerfallen“, erklärt Kirschner. Selbsterhitzte Löffel oder Münzen solle man besser nicht benutzen: hier herrscht Verbrennungsgefahr.

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