Was hilft bei Insektenstichen? Kühlen, Stichheiler und Medikamente
Nach einem Stich hilft es, die Haut mit Wasser, einem feuchten Umschlag oder einer Kältekompresse zu kühlen. Wespen- und Bienenstiche sollten möglichst mehrmals täglich jeweils etwa 20 Minuten gekühlt werden. Unterwegs eignen sich Sofort-Kältekompressen oder kühlende Gele und Roll-ons.
Gegen Juckreiz und Entzündung können äußerlich angewendete Antihistaminika oder Glucocorticoide versucht werden, die wissenschaftlichen Belege dafür sind jedoch eher schwach. Thermische Stichheiler können besonders nach Mückenstichen den Juckreiz lindern. Bleibt ein Bienenstachel zurück, sollte man ihn vorsichtig entfernen, am besten mit einer Pinzette, ohne den Giftsack zu drücken.
Mücken, Bremsen und Wespen: So unterscheiden sich die Stiche
Je nach Insekt unterscheiden sich Stiche, Beschwerden und Auslöser:
- Stechmücken und Gnitzen sind vor allem abends und bei feuchtwarmem Wetter aktiv. Ihre Stiche können jucken, brennen, anschwellen und sich röten.
- Bremsen und Kriebelmücken ritzen die Haut an, statt tatsächlich zu stechen. Die Wunden sind meist größer, schmerzhafter und anfälliger für Infektionen.
- Wespen,Bienen, Hornissen und Hummeln stechen meist, wenn sie sich bedroht fühlen – beispielsweise durch Anpusten, Herumwedeln oder Enge unter der Kleidung. Wespen suchen im Spätsommer verstärkt nach Nahrung und werden etwa von Kuchen, Obst, süßen Getränken oder gegrilltem Fleisch angelockt.
Mückenstichen mit Repellenzien vorbeugen
Repellenzien verdecken den Körpergeruch und halten dadurch Mücken fern. Sie gehören auf alle unbedeckten Hautstellen, jedoch nur auf intakte Haut und nicht auf Schleimhäute. DEET wirkt besonders zuverlässig und bis zu acht Stunden. Es wird auch für tropische Gebiete empfohlen. Icaridin ist etwas kürzer wirksam und gut verträglich. Es eignet sich vor allem zum Schutz vor heimischen und südeuropäischen Mücken. IR3535 gilt als besonders haut- und materialverträglich. Es kann daher auch auf Kleidung gesprüht werden. Allerdings wirkt es kürzer. Citriodiol schützt am schwächsten und kürzesten. Mischungen ätherischer Öle bieten keinen zuverlässigen Schutz.
Mückenschutz für Kinder: Welche Mittel geeignet sind
DEET und Icaridin können je nach Konzentration ab zwei Jahren verwendet werden, einige Produkte mit IR3535 oder Citriodiol bereits ab einem Jahr. Eltern sollten das Mittel auftragen, damit es nicht über die Finger in den Mund gelangt. Viele reine ätherische Öle sind für Kinder ungeeignet. Bei kleinen Kindern schützen lange Kleidung, Mückennetze und Fliegengitter. Wirkstofffreie Pflaster über einem Stich verhindern zudem das Aufkratzen.
Wie hält man Wespen fern?
Werden die Wespen besonders im Spätsommer penetrant, gilt es, Speisen und Getränke im Freien abzudecken und nach dem Essen sofort wegzuräumen. Besonders bei Kindern sollten Hände und Mund gereinigt werden. Nähert sich eine Wespe, heißt es: ruhig bleiben, nicht wedeln und nicht pusten. Auch dunkle Kleidung und der Verzicht auf Parfum können helfen.
Insektenstich: Wann muss man zum Arzt?
Ein Notfall besteht bei Anzeichen einer allergischen Reaktion, bei Stichen in Mund oder Rachen sowie bei sehr vielen Stichen. Ärztlich abklären lassen sollte man außerdem infizierte Stiche, Schwellungen von mehr als zehn Zentimetern über mindestens 24 Stunden sowie bei Kindern Schwellungen über Handflächengröße, Schläfrigkeit, Unruhe oder schlechtes Trinken.
Auch wer in Risikogebieten unterwegs war und einen Verdacht auf Malaria, Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Fieber hat, sollte einen Arzt aufsuchen.