Juckreiz, Gänge unter der Haut, Geschwüre: Hautkrankheiten durch Larven und Parasiten zählen zu den Urlaubs-Souvenirs, auf die Reisende gern verzichten würden. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) erklärt, welches die drei häufigsten Reisedermatosen sind, wie man sie erkennt und was man dagegen tun kann.
Nach Durchfall und Fieber gehören Hauterkrankungen zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen nach Fernreisen. Besonders drei Hautinfektionen treten bei Reiserückkehrern immer wieder auf: Ein Befall mit Larva migrans, die Myiasis und die kutane Leishmaniasis. Zwar sind sie in Deutschland selten, doch weil Beschwerden oft erst Wochen oder Monate nach der Reise auftreten, wird die Ursache nicht immer sofort erkannt. Dermatologen raten deshalb, bei ungewöhnlichen Hautveränderungen auch an zurückliegende Reisen zu denken.
Larva migrans: Hakenwurmlarven unter der Haut
Die kutane Larva migrans wird durch Larven von Hakenwürmern ausgelöst, die normalerweise Hunde und Katzen befallen. Menschen sind ein Fehlwirt und infizieren sich meist beim Barfußlaufen auf mit Tierkot verunreinigten Sandstränden, etwa in Südamerika, Afrika, Südostasien oder im Mittelmeerraum.
- Symptome: Typisch sind stark juckende, geschlängelte Gänge unter der Haut, die sich täglich verlängern.
- Therapie: Die Erkrankung heilt zwar oft von selbst aus, wird aber meist mit Wurmmitteln wie Ivermectin behandelt, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
- Prävention: Schuhe am Strand und das Liegen auf Strandliegen statt direkt auf dem Sand senken das Risiko. Strände ohne Katzen und Hunde bevorzugen.
Myiasis: Wenn Fliegenlarven die Haut befallen
Bei einer Myiasis dringen Larven bestimmter Fliegenarten in die Haut ein. Die Fliegen legen ihre Eier beispielsweise auf Kleidung, die trocknet, ab oder nutzen kleine Mücken als "Transportmittel". Die Erkrankung kommt vor allem in Afrika südlich der Sahara sowie Mittel- und Südamerika vor.
- Symptome: Betroffene entwickeln ein Geschwür, aus dem Flüssigkeit austreten kann. Zu den typischen Symptomen gehört zudem starker Juckreiz, manchmal auch Schmerzen. Manche spüren sogar die Bewegung der Larve unter der Haut.
- Therapie: Die Behandlung besteht in der sorgfältigen Entfernung der Larve, gegebenenfalls ergänzt durch Antibiotika. Und der Tetanusschutz sollte überprüft werden.
- Prävention: Vorbeugen lässt sich durch Insektenschutzmittel mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin und dem Schlafen unter imprägnierten Moskitonetzen. Kleidung nicht zum Trocknen im Freien aufhängen.
Kutane Leishmaniasis: Sandmücken übertragen Parasiten
Die kutane Leishmaniasis wird durch Leishmania-Parasiten verursacht, die beim Stich von Sandmücken übertragen werden. Die Erkrankung kommt unter anderem in Südeuropa, Ost- und Nordafrika, im Nahen Osten, Südamerika und Südasien vor. Inzwischen werden Infektionen auch nach Reisen in den Mittelmeerraum, etwa nach Mallorca, beobachtet.
- Symptome: Wochen bis Monate nach der Infektion entstehen zunächst kleine Pusteln, später oft schmerzlose Hautgeschwüre an freiliegenden Körperstellen wie Gesicht, Arme oder Beine. Meist heilen sie zwar ab, können aber Narben hinterlassen. In seltenen Fällen breitet sich die Infektion auf Schleimhäute oder innere Organe aus.
- Therapie: Die Behandlung richtet sich nach der Erregerart und reicht von lokalen bis zu systemischen Therapien.
- Prävention: Schutz bieten lange Kleidung und Repellentien – auch in Innenräumen verwenden. Da Sandmücken nachtaktiv sind und sehr klein, am besten unter engmaschigen, imprägnierten Moskitonetzen und bei geschlossenem Fenster schlafen.