Malaria

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  01.04.2026 00:00 Uhr

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten ausgelöst und durch den Stich bestimmter Stechmücken übertragen wird. Sie tritt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen auf und kann unbehandelt lebensbedrohlich sein.

Krankheitsbild
Die Erkrankung wird durch Parasiten, sogenannte Plasmodien verursacht. Sie gelangen beim Stich einer infizierten weiblichen Anopheles-Mücke in den menschlichen Körper. Zunächst vermehren sich die Parasiten in der Leber, anschliessend befallen sie die roten Blutkörperchen. Es gibt verschiedene Malaria-Erreger, die zu unterschiedlich schweren Krankheitsverläufen führen. Besonders gefährlich ist die Malaria tropica, die rasch zu schweren Komplikationen führen kann. Andere Formen verlaufen meist milder, können aber ebenfalls belastend sein oder Rückfälle verursachen.
Malaria kommt vor allem in Afrika, Teilen Asiens und Südamerikas vor. In Deutschland tritt sie fast ausschliesslich bei Reiserückkehrern auf.
Symptome/Verlauf
Zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden vergehen meist ein bis mehrere Wochen, in seltenen Fällen auch länger. Typische Symptome sind:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Schweissausbrüche
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Erschöpfung
  • ein starkes Krankheitsgefühl
  • manchmal auch Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen

Im weiteren Verlauf zeigen sich je nach Form unterschiedliche Fiebermuster. Ohne Behandlung kann sich die Erkrankung rasch verschlechtern. Mit rechtzeitiger Therapie sind die Heilungschancen jedoch in der Regel gut.
Folgen/Komplikationen
Schwere Verläufe können lebensbedrohlich werden. Anämie, Gelbsucht, vergrösserte Milz und Leber können auftreten. Insbesondere bei Malaria tropica kann es zu Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Atemproblemen und Niereninsuffizienz kommen. Es besteht das Risiko für innere Blutungen und Organversagen, etwa von Nieren oder Lunge.
Ist das Gehirn betroffen, kann dies zu Krampfanfällen oder Koma führen. Diese Form wird zerebrale Malaria genannt. Eine andere Komplikation ist das Schwarzwasserfieber. Dabei platzen sehr viele rote Blutkörperchen, der Blutfarbstoff Hämoglobin gelangt in die Blutbahn und wird über die Nieren ausgeschieden. Der Urin färbt sich dadurch dunkel, die Nieren können stark geschädigt werden.
Besonders gefährdet sind kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen ohne vorherigen Kontakt mit dem Erreger, etwa Reisende aus Europa.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursache ist eine Infektion mit Plasmodien, die vor allem durch den Stich infizierter Anopheles-Mücken übertragen werden.
Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere:

  • bei Aufenthalten in tropischen und subtropischen Regionen
  • ohne ausreichenden Mückenschutz
  • ohne vorbeugende Medikamenteneinnahme
  • bei fehlender Immunität, wie sie bei Reisenden üblich ist

Selten kann eine Übertragung auch über Blut erfolgen, etwa bei Transfusionen oder während der Schwangerschaft.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Bei Verdacht wird schnell eine Blutuntersuchung durchgeführt, um die Erreger nachzuweisen. Die Behandlung erfolgt mit speziellen Medikamenten, die sich nach der Malaria-Form und dem Schweregrad richten. Schwere Verläufe müssen im Krankenhaus, teilweise intensivmedizinisch, behandelt werden.
Das kann man selbst tun: Vor Reisen in Risikogebiete ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Dazu gehören konsequenter Mückenschutz, das bedeutet lange Kleidung, Moskitonetze und Insektenschutzmittel. Je nach Region kann die vorbeugende Einnahme von Medikamenten sinnvoll sein.
Nach einer Reise gilt: Bei Fieber unbedingt sofort ärztlich abklären lassen, auch wenn der Aufenthalt bereits Wochen zurückliegt.Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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