Ratten- und Insektengift: Wie gefährlich ist es für Hunde und Katzen?

Elisabeth Kerler  |  26.02.2026 15:18 Uhr

Wie schwer verlaufen Vergiftungen bei Hunden und Katzen durch Biozide? Das BfR hat Daten deutscher Giftinformationszentren ausgewertet und gibt Tipps zur Vorbeugung.

Mann mit Hund im Arm blickt auf sein Smartphone.
Hat der Hund einen Köder gefressen? Laut Giftinformationszentren berichteten wenige Anrufer von Symptomen bei Vergiftungen.
© Sviatlana Barchan/iStockphoto

Vergiftungen bei Hunden und Katzen durch Biozid-Produkte wie Insektenspray, Rattengift oder Desinfektionsmittel kommen vor – verlaufen aber meist mild. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin.

Was sind Biozidprodukte?

Biozidprodukte sollen Schädlinge bekämpfen und Keime unschädlich machen. Sie enthalten Wirkstoffe und werden vor der Zulassung dahingehend geprüft, dass sie kein unannehmbares Risiko für Mensch und Tier darstellen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Vergiftungsunfällen bei Haustieren – vor allem bei Hunden und Katzen.

Das BfR hat 9.670 Dokumentationen zu Tiervergiftungen ausgewertet, die drei Giftinformationszentren (GIZ) übermittelten. Ihre zentrale Aufgabe ist die Beratung zu Vergiftungen bei Menschen – bei freien Kapazitäten beraten sie jedoch auch bei Tiervergiftungen. Die Dokumentationen reichten zum Teil bis ins Jahr 1997 zurück. In 4.654 Fällen standen Biozidprodukte im Zusammenhang mit der Vergiftung – meist Insektizide, Rodentizide und Desinfektionsmittel. Der Großteil betraf Hunde (3.619 Fälle), gefolgt von Katzen (621 Fälle).

Meist leichte bis mittelschwere Symptome

Schwere Vergiftungen und Todesfälle waren laut den vorliegenden Daten eher selten. Häufiger traten leichte bis mittelschwere Symptome wie Erbrechen, Apathie oder Krämpfe auf. Bei Hunden wurde nur bei etwa einem Fünftel der Anrufe überhaupt von Symptomen berichtet. Dabei ist nicht auszuschließen, dass sich Symptome teilweise erst nach der Meldung entwickelten. Bei Katzen dokumentierten die GIZ in mehr als der Hälfte der Fälle entsprechende leichte bis mittelschwere Beschwerden. 

Unterschiede zwischen Hund und Katze

Hunde vergifteten sich vor allem durch Ratten- und Mäusegift – vermutlich, weil diese Köder früher häufig ausgelegt wurden. Auch Katzen vergifteten sich damit, wenn sie belastete Beutetiere fraßen. Verkaufs- und Anwendungsbeschränkungen könnten künftig zu weniger Fällen führen.

Insektizide waren die häufigste Vergiftungsquelle bei Katzen. Manche Tiere öffneten Köderboxen, hielten sich während der Anwendung im Raum auf oder leckten sogenannte „Spot-on“-Produkte, die gegen Parasiten eingesetzt werden, ab. Auch bestimmte Desinfektionsmittel oder Chlor im Haushalt spielten eine Rolle.

So lassen sich Vergiftungen vermeiden

Das BfR empfiehlt, Biozidprodukte stets so aufzubewahren, dass Haustiere keinen Zugang haben. Während der Anwendung sollten Hunde und Katzen ferngehalten werden. Beim Spaziergang ist es sinnvoll, Hunde besonders aufmerksam zu beobachten, wenn auf ausgelegte Ratten- oder Mäuseköder hingewiesen wird.

Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, sollten Tierhalterinnen und Tierhalter umgehend eine Tierärztin oder einen Tierarzt kontaktieren. Mit etwas Vorsicht im Alltag lässt sich das Risiko für Hunde und Katzen deutlich reduzieren.

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