Hund, Katze oder Hamster: Fördern Haustiere die Psyche von Kindern?

Elisabeth Kerler  |  17.02.2026 07:08 Uhr

Haustiere helfen Kindern, sich selbst zu beruhigen – doch nicht jedes Tier wirkt gleich. Ergebnisse einer Studie mit mehr als 1.900 Familien.

Junge hält einen Hamster vorsichtig in den Händen und strahlt ihn an.
Kleintiere wie Hamster, Schildkröten oder Kaninchen schienen einen schützenden Effekt für die Psyche von Kindern zu haben, so ein Forschungsteam.
© ASphotowed/iStockphoto

Wie wirken sich Haustiere auf die Psyche und das Verhalten von Kindern aus? Die Antwort von Autorinnen aus Spanien zeichnet ein differenziertes Bild, abhängig von Art des Haustiers und der Dauer der Haltung.

Mittels Umfragen, Umweltmessungen und klinischen Tests erhob das Team Daten von etwa 1.900 Haushalten von der Schwangerschaft bis zu einem Kindesalter von sechs bis sieben Jahren. Davon hatten mehr als die Hälfte ein oder mehrere Haustiere. Ein Fünftel hatte Hunde, 9 Prozent Katzen, 15 Prozent Vögel und 29 Prozent Kleintiere wie Hamster, Kaninchen, Schildkröten oder Fische. 

Unterschiede je nach Tierart

Dabei fiel dem Forschungsteam auf: Die positivsten Werte hinsichtlich der mentalen Gesundheit hatten Kinder, die nie ein Haustier hatten. Bei Hunden und Vögeln zeigte sich kein klarer Zusammenhang – weder positiv noch negativ. Am interessanten fanden Llúcia González Safont und Marisa Estarlich Estarlich, beide von der Universitat de València und Biostatistikerin Blanca Sarzo Carles von der Forschungsorganisation Fisabio: Wer im Alter von vier bis fünf Jahren eine Katze hatte, hatte demnach ein größeres Risiko für psychische Probleme. Wer dagegen dauerhaft Kleintiere hatte, schien von einem schützenden Effekt zu profitieren – gleich ob Junge oder Mädchen.

So erklären die Autorinnen die Ergebnisse

Die Autorinnen vermuten: Wie Katzen mit Menschen umgehen, könnte die Effekte erklären: Sie seien unabhängiger, was das Herstellen einer emotionalen Bindung erschwere, und manche Familien entschieden sich eventuell für Katzen, weil ihre Kinder bereits emotionale Bedürfnisse hätten. Abgesehen davon übertragen Katzen häufiger als andere Tiere Toxoplasmose. Infektionen mit dem Parasit Toxoplasma gondii seien mit ernsthaften mentalen Störungen wie Bipolarität verbunden. 

Den Vorteil erklärt das Team so: Kleintiere wie Fische, Schildkröten oder Hamster brauchten stabilen und einfachen Kontakt, vor allem, wenn sie längerfristig Teil von Haushalten sind. So würden sie Kindern helfen, Verantwortung, Empathie und Selbstkontrolle zu lernen. 

Vorteile von Haustieren generell

Abgesehen davon geht die Forschungsgruppe davon aus, dass Kinder grundsätzlich von Haustieren profitieren: Die emotionale Bindung – in der Fachsprache „Attachment“ – beschreibt die enge Beziehung zwischen Kind und Bezugsperson. Ähnliche Bindungen könnten Kinder auch zu Tieren aufbauen, sodass auch Haustiere Trost spenden können. Kinder mit Haustieren könnten leichter lernen:

  • Sich selbst zu beruhigen (emotionale Regulation)
  • Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen, etwa durch ein gemeinsames Interesse
  • Sich prosozial zu verhalten
  • Kommunikation ohne Worte zu verstehen

Quelle: The Conversation

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