Gemeinsame naturbezogene Aktivitäten können älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen mehr bringen als nur frische Luft. Eine Studie der Universität Helsinki in Finnland zeigt: Schon wenige Wochen mit regelmäßigen naturbezogenen Aktivitäten gingen mit weniger Einsamkeit, besserem Schlaf und positiven Effekten auf das Gedächtnis einher.
Naturkontakte mit überraschend deutlichem Effekt
An der Studie nahmen 319 ältere Menschen aus Pflegeeinrichtungen teil, die unter Einsamkeit litten. Das Durchschnittsalter lag bei 83 Jahren, viele waren gesundheitlich sehr eingeschränkt, etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer auch hinsichtlich der geistigen Leistungsfähigkeit.
Die Teilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: Die Kontrollgruppe erhielt die Standard-Behandlung. Die andere Gruppe unternahm unter Anleitung von geschultem Personal über neun Wochen hinweg einmal pro Woche naturbezogene Gruppenaktivitäten. Dazu gehörten Ausflüge ins Freie und Diskussionen über Naturthemen.
Vorteile trotz schlechten Wetters
Trotz teilweise schwieriger Bedingungen – etwa schlechtem Wetter oder aufwendigem Transport mit Rollstühlen und Taxis – zeigte sich ein positiver Effekt: Die Personen, die an den naturbezogenen Aktivitäten teilnahmen, fühlten sich weniger einsam, schliefen besser und berichteten über ein stärkeres Gefühl der Verbundenheit mit der Natur. Auch die Gedächtnisleistung verbesserte sich laut Forschern, die die Gruppe mit naturbezogenen Aktivitäten mit der Kontrollgruppe verglich.
Warum naturbezogene soziale Aktivitäten positiv wirken
Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler vermuten, dass mehrere Faktoren zusammenspielen: Bewegung, gemeinsame Erlebnisse, Gespräche in der Gruppe und die Natur selbst. Gerade für ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen könnten solche Angebote deshalb mehr sein als bloße Freizeitgestaltung.
Auch Menschen mit Gebrechen profitierten von Naturaktivitäten
Die Studie zeigt, dass auch gebrechliche ältere Menschen von Gruppenaktivitäten mit Naturbezug profitieren können. Das ist bemerkenswert, da viele der Teilnehmer mehrere Erkrankungen hatten und dadurch teilweise deutlich eingeschränkt waren. Ob das gemeinsame Naturerleben bei den Studienteilnehmern auch auf lange Sicht wirkt, konnte die Studie allerdings aufgrund der begrenzten Dauer nicht zeigen.
Was die Ergebnisse der Studie bedeuten
Die Untersuchung spricht dafür, naturbezogene Angebote in Pflegeeinrichtungen stärker zu fördern. Wichtig ist dabei der soziale Aspekt.
Quelle: DOI 10.1093/ageing/afag009