Ein kurzer Schnapper nach einer Wespe oder Raupe kann für Hunde und Katzen schnell schmerzhaft werden. Gerade im Frühjahr und Sommer häufen sich Fälle mit geschwollenen Schnauzen, Atemproblemen oder Erbrechen. Tierhalter sollten wissen, welche Insekten riskant sind und wann sofort ein Tierarzt nötig ist.

Viele Hunde jagen instinktiv alles, was krabbelt oder fliegt. Katzen spielen oft mit Spinnen oder Käfern. Genau das kann gefährlich werden. Manche Insekten verursachen nur leichte Reizungen, andere können lebensbedrohliche Reaktionen auslösen, besonders bei Stichen im Maul oder Kontakt mit giftigen Brennhaaren. Jana Hoger, Tierpsychologin bei der Tierrechteorganisation Peta, erklärt, was bei Insektenkontakt zu tun ist.
„Viele Notfälle lassen sich vermeiden, wenn Menschen wissen, welche Insekten gefährlich werden können“, so Hoger. „Wir appellieren an alle Menschen mit Tieren, ihre Hunde und Katzen besonders im Frühjahr und Sommer gut zu beobachten und bei starken Symptomen schnell tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.“
Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können auch ohne direkten Kontakt zu Schwellungen im Mundbereich, Augenentzündungen, Atemproblemen und starkem Erbrechen führen. Sofortmaßnahme: Hunde vorsichtig abduschen, bei Katzen ein feuchtes Tuch über das Fell streichen. Mund, Nase und Augen mit lauwarmem Wasser spülen. Bei Schwellungen, Erbrechen oder Atemnot sofort zum Tierarzt.
Stiche im Mund- oder Rachenbereich können die Atemwege lebensbedrohlich einengen. Sofortmaßnahme: Insekt entfernen, kühlen. Bei Atemnot oder starkem Anschwellen sofort tierärztliche Hilfe. Hier zählt jede Minute - Stachel herausstreichen, nicht quetschen.
Zwar ungiftig, aber ihre Beine können Verletzungen im Mundbereich verursachen oder in der Speiseröhre stecken bleiben. Typische Anzeichen: Würgen, Erbrechen, Appetitlosigkeit. Bei anhaltenden Symptomen zum Tierarzt.
Der Biss wirkt ähnlich wie ein Wespenstich: lokale Schwellung, Schmerzen, Rötung. In den meisten Fällen reicht Kühlen aus. Bei starken Reaktionen oder bekannten Allergien tierärztliche Praxis aufsuchen.
Den aus Ostasien stammenden Käfer trifft man mittlerweile häufig in Deutschland an. Die Art ist in ihrem Punktmuster sehr variabel und wird auch Harlekin genannt. Das gelbe Abwehrsekret des Käfers kann giftig wirken und zu Erbrechen, Durchfall oder Schleimhautreizungen führen. Bei Kontakt den Mundbereich spülen und das Tier beobachten. Bei anhaltenden Symptomen zum Tierarzt.
Ihr reizendes Sekret verursacht schmerzhafte Bisse mit Schwellungen und Rötungen. Kühlen lindert den Schmerz. Bei starken Reaktionen kann ein vom Tierarzt empfohlenes Antihistaminikum nötig sein.
Sie sind zwar nicht giftig, aber ihr Abwehrsekret kann Speichelfluss, Übelkeit oder leichten Durchfall auslösen. Die Beschwerden klingen in der Regel schnell ab; eine Spülung des Mundbereichs kann helfen.
Tiere im Blick behalten und bei auffälligem Verhalten Mund und Pfoten kontrollieren. Lebensmittel und süße Getränke nicht offen stehen lassen. Wespen- oder Hornissennester auf dem Grundstück von Fachleuten entfernen lassen. Bei bekannten Allergien Notfallmedikamente bereithalten, dazu empfiehlt sich eine Beratung in der Tierarztpraxis.
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