Krankheitsbild
Für den Menschen sind vor allem drei Läusearten von Bedeutung: Kopfläuse, Filzläuse (Schamläuse) und Kleiderläuse. Kopfläuse leben auf der behaarten Kopfhaut, Filzläuse in der Scham- und anderen Körperbehaarungen, während Kleiderläuse überwiegend in Kleidungsstücken vorkommen und die Haut nur zur Blutaufnahme aufsuchen. Je nach Läuseart unterscheidet sich der Lebensraum der Parasiten. Kopfläuse sind etwa 2 bis 3 Millimeter gross, flügellos und halten sich bevorzugt nah an der Kopfhaut auf, wo sie Nahrung und Wärme finden. Sie kommen weltweit vor und betreffen besonders häufig Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter.
Filzläuse sind kleiner und gedrungener als Kopfläuse. Sie befallen vor allem die Schambehaarung, seltener Achsel- oder Brusthaare sowie Augenbrauen oder Wimpern. Die Kopfbehaarung ist in der Regel nicht betroffen.
Kleiderläuse leben nicht dauerhaft auf der Haut, sondern in Kleidung, insbesondere in Unterwäsche und an Nähten. Sie befallen bevorzugt den Rumpfbereich und suchen die Haut nur zur Blutaufnahme auf.
Ein Befall mit allen drei Läusearten kann unabhängig von der persönlichen Körperpflege auftreten, wobei Kleiderläuse häufiger unter schlechten hygienischen Bedingungen vorkommen.
Symptome / Verlauf
Ein Kopflausbefall bleibt anfangs manchmal unbemerkt. Oft tritt aber ein starker Juckreiz auf, besonders im Nacken, an den Schläfen oder hinter den Ohren. Weitere Anzeichen sind lebende Läuse im Haar sowie Nissen, die fest am Haarschaft haften und sich nicht abschütteln lassen. Kratzen kann zu Hautreizungen und kleinen Verletzungen führen.
Ein Filzlausbefall verursacht meist einen geringeren Juckreiz. Charakteristisch sind jedoch kleine, bläulich verfärbte Flecken an den Bissstellen, vor allem im Bereich der Genitalien oder Achselhöhlen.
Kleiderläuse führen ebenfalls zu starkem Juckreiz. Auf der Haut können Rötungen, Quaddeln oder Knötchen auftreten. Die Läuse und ihre Eier finden sich meist in der Kleidung, nicht auf der Haut.
Folgen / Komplikationen
Kopfläuse gelten nach heutigem Kenntnisstand nicht als Überträger schwerer Infektionskrankheiten. Durch anhaltenden Juckreiz und Kratzen können jedoch bakterielle Hautinfektionen entstehen. Bei Kindern sind zudem Schlafstörungen, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme möglich.
Auch Filz
- und Kleiderläuse können durch Kratzen Hautschäden verursachen. Kleiderläuse stellen eine Besonderheit dar, da sie Krankheitserreger übertragen können, unter anderem Erreger von Fleck- oder Rückfallfieber. Ein länger unbehandelter Befall kann zu ausgeprägten Hautveränderungen führen.
Ursachen / Risikofaktoren
Kopfläuse werden überwiegend durch direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt übertragen, zum Beispiel beim Spielen oder Kuscheln. Eine Weitergabe über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Mützen oder Bürsten ist möglich, aber selten.
Filzläuse werden meist durch engen Körperkontakt, häufig im Rahmen sexueller Kontakte, übertragen.
Kleiderläuse treten vor allem dort auf, wo Kleidung selten gewechselt oder gewaschen wird und viele Menschen eng zusammenleben. Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt oder über befallene Kleidungsstücke.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Zur Behandlung von Kopfläusen werden spezielle medizinische Läusemittel eingesetzt, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Eine Wiederholungsbehandlung nach etwa einer Woche ist notwendig. Bei starkem Juckreiz oder entzündeter Haut können zusätzliche Mittel sinnvoll sein. Der Arzt informiert auch, wann ein Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wieder möglich ist.
Filz- und Kleiderläuse werden ebenfalls mit geeigneten Läusemitteln behandelt. Bei Befall der Wimpern ist eine ärztliche Behandlung erforderlich.
Das kann man selbst tun: Zur Kontrolle und Behandlung von Kopfläusen gehört das regelmässige Auskämmen feuchter Haare mit einem feinzinkigen Läusekamm. Bettwäsche, Handtücher und Kleidung mit engem Körperkontakt sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen oder für mehrere Tage luftdicht verpackt werden. Eine Wohnungsdesinfektion ist nicht nötig.
Bei Kleiderläusen ist die konsequente Reinigung oder der Austausch der Kleidung besonders wichtig. Kontaktpersonen sollten informiert und gegebenenfalls mit untersucht werden, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.
Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.