Vitamin-Infusionen gelten auf Social Media als schneller Frischekick für Energie, Haut oder Immunsystem. Das BfArM warnt jetzt vor möglichen Risiken: Schon eine Infusion kann den Kreislauf belasten oder zu schweren Reaktionen führen.

Wer sich nach Stress, Schlafmangel oder einer Erkältung schlapp fühlt, stößt schnell auf Angebote für sogenannte „Drip-Spas“ oder „Longevity-Infusionen“. In Lounges, Beauty-Studios oder Privatpraxen hängen Kunden am Tropf und bekommen hochdosierte Vitamine direkt in die Vene. Beworben wird das oft mit der Stärkung des Immunsystems, der Verbesserung des Aussehens, der Leistungsfähigkeit und des Wohlbefindens sowie der Unterstützung der Leberfunktion.
Genau davor warnt jetzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Behörde betont: „Diese Infusionslösungen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen.“ Damit gibt es keinen behördlichen Nachweis, dass Nutzen, Sicherheit und Qualität ausreichend geprüft wurden.
Eine Infusion wirkt direkt im Blutkreislauf. Anders als Tabletten oder Nahrungsergänzungsmittel umgeht sie den Verdauungstrakt komplett. Dadurch können Nebenwirkungen schneller und heftiger auftreten.
Nach Angaben des BfArM drohen unter anderem:
Besonders riskant kann das für ältere Menschen, Schwangere oder Personen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sein.
Hinzu kommen typische Risiken jeder Infusion. Wird die Nadel falsch gesetzt oder die Infusion unsachgemäß verabreicht, kann Flüssigkeit ins Gewebe austreten. Ärzte sprechen dann von einem Paravasat. Das kann Schmerzen, Schwellungen oder Entzündungen auslösen.
Auch Luftembolien oder Kreislaufprobleme sind möglich, wenn die Infusion fehlerhaft vorbereitet oder zu schnell gegeben wird.
Viele Drip-Spas werben mit Begriffen wie „Longevity“, „Detox“ oder „Immun-Boost“. Für viele dieser Versprechen gibt es jedoch keine belastbaren wissenschaftlichen Nachweise. Das BfArM weist außerdem darauf hin, dass Zusammensetzung und Dosierung der verwendeten Infusionslösungen oft nicht ausreichend geprüft sind.
Wer häufig müde ist, Konzentrationsprobleme hat oder sich dauerhaft erschöpft fühlt, sollte die Ursachen medizinisch abklären lassen. Hinter solchen Beschwerden können etwa Schlafmangel, Eisenmangel, Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen stecken.
Für gesunde Menschen gilt: Eine ausgewogene Ernährung deckt den Vitaminbedarf meist ausreichend ab. Zusätzliche Infusionen bringen dann oft keinen belegten Vorteil.
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern