Eisenmangel ist weit verbreitet und gut behandelbar. Doch Forschungsergebnisse zeigen: Nicht jedes Präparat ist gleich sicher. Manche Eisen-Infusionen könnten das Risiko für Knochenbrüche deutlich erhöhen.

Lieber mit Eisentabletten oder -Infusionen gegen den Eisenmangel vorgehen? Eine Studie unter Beteiligung verschiedener Pharmafirmen weist nun auf ein erhöhtes Knochenbruchrisiko mit bestimmten Infusionen hin.
Ein erhöhter Eisenbedarf während des Wachstums oder in der Schwangerschaft sowie ein vermehrter Blutverlust, zum Beispiel durch starke Monatsblutungen, können zu Eisenmangel führen.
Wenn Tabletten nicht vertragen werden oder zu langsam wirken, kommen bei starkem Eisenmangel zunehmend intravenöse Eisenpräparate wie Eisenderisomaltose oder Eisencarboxymaltose zum Einsatz. Diese Infusionen gleichen den Eisenmangel schnell aus und sind deshalb für viele Betroffene eine wichtige Therapieoption.
Allerdings warnen Forschende vor möglichen Risiken. „Eines dieser intravenösen Eisenpräparate, die Eisencarboxymaltose, hat eine bedeutsame Nebenwirkung: Bei 50 bis 75 Prozent der Patientinnen und Patienten sinkt der Phosphatspiegel im Blut deutlich ab“, weiß der Gastroenterologe und Hepatologe Heinz Zoller von der Medizin Uni Innsbruck in einer Mitteilung zur Studie.
Ein niedriger Phosphatspiegel bleibt oft lange unbemerkt, da die Beschwerden – wie Müdigkeit oder Schwäche – leicht mit dem Eisenmangel selbst verwechselt werden können. Gleichzeitig kann es im Körper zu Veränderungen kommen, die die Knochen schwächen. Die Nebenwirkungen scheinen durch die besonders starke Anreicherung von Eisencarboxymaltose im Knochen bedingt zu sein.
Eine große internationale Beobachtungsstudie mit über 20.000 Teilnehmenden und Beteiligung verschiedener Pharmafirmen hat ergeben: Bei Behandlung mit Eisencarboxymaltose ist das Risiko für Knochenbrüche mehr als doppelt so hoch wie bei anderen Eisenpräparaten. Die Brüche treten oft erst Wochen oder Monate nach der Therapie auf.
Die Erkenntnisse zeigen klar: Bei Eiseninfusionen spielt die Wahl des Präparats eine entscheidende Rolle. Neben der schnellen Wirkung sollte auch die Sicherheit für die Knochen berücksichtigt werden. Eine individuelle ärztliche Beratung hilft dabei, die passende Therapie zu finden. So lässt sich Eisenmangel effektiv behandeln – und mögliche Risiken können gezielt vermieden werden.
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