Eisenmangel: Eisen-Präparate können das Risiko für Knochenbrüche erhöhen

Katrin Faßnacht-Lee  |  14.04.2026 14:31 Uhr

Eisenmangel ist weit verbreitet und gut behandelbar. Doch Forschungsergebnisse zeigen: Nicht jedes Präparat ist gleich sicher. Manche Eisen-Infusionen könnten das Risiko für Knochenbrüche deutlich erhöhen.

Eine Frau, etwa 30 Jahre alt, nimmt eine Tablette ein.
Eisentabletten gegen Eisenmangel – oder lieber Infusionen? Eine Studie weist auf ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche bei manchen Präparaten hin.
© eternalcreative/iStockphoto

Lieber mit Eisentabletten oder -Infusionen gegen den Eisenmangel vorgehen? Eine Studie unter Beteiligung verschiedener Pharmafirmen weist nun auf ein erhöhtes Knochenbruchrisiko mit bestimmten Infusionen hin. 

Wie kommt es zum Eisenmangel?

Ein erhöhter Eisenbedarf während des Wachstums oder in der Schwangerschaft sowie ein vermehrter Blutverlust, zum Beispiel durch starke Monatsblutungen, können zu Eisenmangel führen. 

Eisen-Tabletten: Manchmal nicht vertragen

Wenn Tabletten nicht vertragen werden oder zu langsam wirken, kommen bei starkem Eisenmangel zunehmend intravenöse Eisenpräparate wie Eisenderisomaltose oder Eisencarboxymaltose zum Einsatz. Diese Infusionen gleichen den Eisenmangel schnell aus und sind deshalb für viele Betroffene eine wichtige Therapieoption.

Eisen-Infusionen zeigen Nebenwirkungen

Allerdings warnen Forschende vor möglichen Risiken. „Eines dieser intravenösen Eisenpräparate, die Eisencarboxymaltose, hat eine bedeutsame Nebenwirkung: Bei 50 bis 75 Prozent der Patientinnen und Patienten sinkt der Phosphatspiegel im Blut deutlich ab“, weiß der Gastroenterologe und Hepatologe Heinz Zoller von der Medizin Uni Innsbruck in einer Mitteilung zur Studie.

Verborgene Gefahr für die Knochen

Ein niedriger Phosphatspiegel bleibt oft lange unbemerkt, da die Beschwerden – wie Müdigkeit oder Schwäche – leicht mit dem Eisenmangel selbst verwechselt werden können. Gleichzeitig kann es im Körper zu Veränderungen kommen, die die Knochen schwächen. Die Nebenwirkungen scheinen durch die besonders starke Anreicherung von Eisencarboxymaltose im Knochen bedingt zu sein.

Studie belegt deutlich höheres Frakturrisiko

Eine große internationale Beobachtungsstudie mit über 20.000 Teilnehmenden und Beteiligung verschiedener Pharmafirmen hat ergeben: Bei Behandlung mit Eisencarboxymaltose ist das Risiko für Knochenbrüche mehr als doppelt so hoch wie bei anderen Eisenpräparaten. Die Brüche treten oft erst Wochen oder Monate nach der Therapie auf.

Die Erkenntnisse zeigen klar: Bei Eiseninfusionen spielt die Wahl des Präparats eine entscheidende Rolle. Neben der schnellen Wirkung sollte auch die Sicherheit für die Knochen berücksichtigt werden. Eine individuelle ärztliche Beratung hilft dabei, die passende Therapie zu finden. So lässt sich Eisenmangel effektiv behandeln – und mögliche Risiken können gezielt vermieden werden.

DOI: 10.1182/blood.2025031806

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Beratung

Im Fokus diesmal: Ein neues, hochwirksames Blutdruckmittel, die richtige Kaffeemenge für die Psyche…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben