Gefährliches Halbwissen zur Frauengesundheit aus dem Netz: Der Berufsverband der Frauenärztinnen und -ärzte klärt auf, was an Mythen rund um Regelschmerzen & Co. wirklich dran ist.

In den Sozialen Medien finden Frauen viele Tipps rund um Regelschmerzen, Menopause oder Menstruationstassen. Doch was ist an diesen Mythen dran? Und wie findet man verlässliche Gesundheitsinformationen? Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) warnt vor hartnäckigen Mythen und gefährlichem Halbwissen rund um das Thema Frauengesundheit.
„Was mit einem vermeintlich einfachen Tipp beginnt, beruht oft nicht auf gesichertem medizinischem Wissen und führt zu Verunsicherung“, warnt Dr. Frank Thieme, 2. Vorsitzender des BVF. Generell empfiehlt der Berufsverband, Beschwerden ernst zu nehmen, sich an die frauenärztliche Praxis zur Abklärung zu wenden und regelmäßig Vorsorgetermine wahrzunehmen.
Mit einigen besonders häufigen Mythen räumen die Experten des BVF auf. Sie stellen klar:
Regelschmerzen können vorkommen. Starke, wiederkehrende oder zunehmende Schmerzen sollten Frauen jedoch abklären. Dahinter können auch behandlungsbedürftige Ursachen wie etwa Endometriose stecken.
Für die Wirksamkeit von Joghurt-Tampons bei Scheidenpilz gibt es keine belastbaren Nachweise. Bei anhaltenden, wiederkehrenden oder unklaren Beschwerden ist eine frauenärztliche Diagnose sinnvoller als die Selbstbehandlung mit Hausmitteln.
So pauschal lässt sich das nicht sagen. Menstruationstassen sind für viele Frauen eine sichere und praktikable Option. Sie sind aber nicht grundsätzlich gesünder oder für jede Frau die bessere Wahl. Entscheidend sind die richtige Anwendung, gute Hygiene und vor allem, womit die einzelne Frau im Alltag gut zurechtkommt.
Das stimmt nicht. Die Sorge, die Pille schade der Fruchtbarkeit auf Dauer, ist medizinisch nicht belegt.
Die „Pille danach“ ist eine Notfallverhütung und kein Mittel zum Schwangerschaftsabbruch. Die Wirkstoffe Levonorgestrel oder Ulipristalacetat wirken vor allem, indem sie den Eisprung verzögern oder verhindern.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) ausdrücklich für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Feigwarzen und HPV-bedingte Krebsarten können bei Männern und Frauen vorkommen.
Impfungen mit einem Lebendimpfstoff, z.B. Masern-Mumps-Röteln (MMR) oder Varizellen, sind in der Schwangerschaft nicht angeraten (kontraindiziert). Die STIKO empfiehlt aber ausdrücklich die Impfung gegen Pertussis und saisonale Influenza.
Stillen kann die Fruchtbarkeit zwar vorübergehend hemmen, ist aber kein automatischer und jederzeit sicherer Empfängnisschutz. Frauen sollten sich in der frauenärztlichen Praxis beraten lassen.
Die Aussage, eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren sei gefährlich, ist zu pauschal. Eine solche Therapie kann bei belastenden Wechseljahresbeschwerden eine sinnvolle und gut erforschte Behandlungsoption sein. Es ist jedoch eine gründliche und individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung notwendig.
Blutungen nach der Menopause sollten immer zeitnah abgeklärt werden. Sie können harmlose Ursachen haben, sind aber auch ein mögliches Warnsignal für ernsthafte Erkrankungen.
Der BVF rät dazu, Gesundheitsinformationen aus dem Internet grundsätzlich kritisch zu prüfen. Diese entscheidenden Fragen sollte man sich stellen:
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Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…
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