Protonenpumpenhemmer (PPI) gehören zu den am häufigsten eingesetzten Medikamenten gegen Sodbrennen und zum Schutz des Magens. Viele Menschen nehmen die Präparate länger oder häufiger ein als medizinisch notwendig. Was stattdessen helfen kann.

Protonenpumpenhemmer gelten als wirksame und sichere Medikamente. Dennoch können sie Nebenwirkungen wie etwa Magen-Darm-Beschwerden, Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel auslösen und werden nach Einschätzung von Experten in Deutschland zu häufig eingesetzt. Professor Dr. Ahmed Madisch vom Diakovere Friederikenstift in Hannover spricht auf dem Fortbildungskongress für Apotheker Pharmacon in Meran von einem deutlichen Überkonsum. Nach seinen Angaben könnten „bei etwa 80 Prozent der Refluxpatienten andere Medikamente zum Einsatz kommen“.
Ein Grund: Studien zeigen, dass PPI in vielen Fällen ohne klare medizinische Notwendigkeit verordnet werden. Dabei sollten sie vor allem bei Erkrankungen eingesetzt werden, bei denen Magensäure tatsächlich eine wichtige Rolle spielt – etwa bei Magengeschwüren oder bei bestimmten Risikopatienten, die entzündungshemmende Schmerzmittel einnehmen.
Ein wichtiges Einsatzgebiet von PPI ist die gastroösophageale Refluxkrankheit, also das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre. Doch hier sind die Medikamente nicht für alle Betroffenen erforderlich.
Nach der 2023 aktualisierten Leitlinie bleiben PPI zwar ein wichtiger Therapiestandard. Ziel der Behandlung ist heute jedoch vor allem die Kontrolle der Beschwerden. Diese kann häufig auch mit anderen Mitteln erreicht werden.
Als mögliche Alternativen bei Sodbrennen nennt der Experte unter anderem:
Wenn eine durch Reflux verursachte Entzündung der Speiseröhre sicher nachgewiesen wurde, empfiehlt die Leitlinie eine hoch dosierte PPI-Behandlung über acht Wochen zur Symptomkontrolle.
Besonders wichtig sind Maßnahmen, die Betroffene selbst umsetzen können. Sie werden in der Leitlinie sogar stärker empfohlen als die medikamentöse Behandlung.
Dazu gehören:
Nach Angaben von Professor Madisch lassen sich Refluxbeschwerden durch solche Maßnahmen in vielen Fällen deutlich verringern. Wer regelmäßig Säureblocker einnimmt, sollte daher gemeinsam mit seiner Ärztin oder seinem Arzt prüfen, ob die Behandlung weiterhin notwendig ist und welche Alternativen infrage kommen.
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