PFAS – „Ewigkeitschemikalien“ – sind eine Gruppe von mehr als 10.000 verschiedenen Stoffen, die für ihre Langlebigkeit bekannt sind. Sie sind wasser- und fettabweisend, sehr stabil und halten hohen Temperaturen stand. Genau diese Eigenschaften machen sie für viele Anwendungen attraktiv. Doch wo kommen sie vor und wie sind sie für Umwelt und Gesundheit einzuordnen? Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat dem Thema eine Podcast-Folge von „Risiko kompakt“ gewidmet.
Wo kommen PFAS im Alltag vor?
PFAS, fachlich „poly- und perfluorierte Alkylsubstanzen“, stecken in zahlreichen Alltagsprodukten, etwa Smartphone-Touchscreens, beschichteten Outdoor-Jacken oder Zelten, in medizinischen Produkten wie Blutbeuteln oder Implantaten und in Industrieanlagen sowie technischen Geräten, zum Beispiel Motoren. „Ganz bekannt ist die Antihaftbeschichtung in der Bratpfanne“, erklärt Biologin Dr. Claudia Lorenz im BfR-Podcast. Klassische Antihaftbeschichtungen in Pfannen basieren auf dem PFAS-Stoff PTFE.
Was bedeuten PFAS in der Pfanne für die Gesundheit?
Das BfR schreibt zur Podcastfolge: „Gesundheitliche Risiken durch die Antihaftbeschichtung in der Bratpfanne sind dagegen ziemlich unwahrscheinlich“. Die Beschichtung sei „reaktionsträge“ und reagiere nicht mit den Lebensmitteln. „Der Stoff kommt normalerweise gar nicht in meinen Körper“, erklärt Lorenz. Selbst kleine abgelöste Partikel würden in der Regel wieder ausgeschieden. Kritisch werde es nur bei starker Überhitzung über 360 Grad Celsius: Dann können gesundheitliche Dämpfe entstehen. „Deshalb sollten beschichtete Pfannen und Töpfe niemals leer auf die Herdplatte gestellt werden“, rät Lorenz.
Warum sind PFAS ein Umweltproblem?
Für technische Anwendungen ist ihre Langlebigkeit hilfreich – für die Umwelt dagegen problematisch. „Denn, wenn PFAS in die Umwelt gelangen, bauen sie sich dort nur sehr, sehr langsam ab“, so Lorenz. „Sie reichern sich also in der Umwelt an.“ Die Stoffe können sich weltweit verbreiten und über Pflanzen und Tiere in die Nahrungskette gelangen.
Regulation der Ewigkeitschemikalien auf EU-Ebene in Vorbereitung
Um die Umweltbelastung mit PFAS zu reduzieren, wird auf EU-Ebene an einer umfassenden Regulierung der Stoffgruppe gearbeitet. Dazu hat das BfR gemeinsam mit Behörden aus mehreren EU-Staaten ein Dossier mit Argumenten und möglichen Rahmenbedingungen verfasst. Der Fokus liegt dabei darauf, die gesamte Gruppe zu verbieten. „Damit soll verhindert werden, dass ein verbotenes PFAS einfach durch ein anderes PFAS ersetzt wird“, erklärt Lorenz. Auch Ausnahmen und Übergangsfristen seien für Bereiche ohne brauchbare Alternativen denkbar. Allerdings weist das BfR darauf hin: Pfannen, Töpfe und andere Küchenutensilien mit einer entsprechenden Beschichtung könnten deshalb in ein paar Jahren vom Markt verschwinden.