In einer schwedischen Region war das Trinkwasser stark mit sogenannten Ewigkeits-Chemikalien belastet, abgekürzt PFAS. Dort bot sich die Gelegenheit, herauszufinden, wie man die Chemikalien schneller aus dem Körper lotsen kann. Bekannte Arzneimittel erwiesen sich als hilfreich.

Bestimmte Cholesterinsenker können die Ausscheidung von PFAS – langlebigen Umweltchemikalien – aus dem Körper beschleunigen. Das haben Wissenschaftler in Ronneby (Schweden) festgestellt, wo das kommunale Trinkwasser in der Vergangenheit mit PFAS belastet war.
Die Belastung des Trinkwassers wurde 2013 entdeckt. Die Quelle: Ein Mittel, das jahrzehntelang bei Feuerübungen auf dem dortigen Luftwaffenstützpunkt verwendet worden war. Man stieg zwar umgehend auf sauberes Wasser aus einem anderen Wasserwerk um, aber viele Einwohner hatten bereits stark erhöhte PFAS-Werte im Blut. Die Ausscheidung vieler PFAS aus dem Körper dauert Jahre, aber sie variiert auch individuell.
Zehn Freiwillige erhielten jeweils zwölf Wochen lang verschiedene Medikamente, um zu untersuchen, ob sie damit den PFAS-Spiegel senken konnten. Erfolg entdeckte das Forschungsteam bei zwei Medikamenten:
In den zwölf Wochen vor der Einnahme sank der PFAS-Spiegel der Freiwilligen nur um wenige Prozent. Durch Cholestyramin und Colesevelam sank er dagegen um bis zu 40 Prozent.
Axel Andersson von der Universität Göteborg erklärte in einer Mitteilung zur Veröffentlichung, dass die gesundheitlichen Auswirkungen noch weiter untersucht werden müssen: „Bei Personen mit hohen PFAS-Werten im Blut können Medikamente eingesetzt werden, um die Werte zu senken und die ansonsten langsame Elimination zu beschleunigen – daran besteht kein Zweifel. Es bedarf jedoch weiterer Forschung, um nachzuweisen, ob eine schnellere Senkung der Werte kurz- und langfristig gesundheitliche Vorteile mit sich bringt.“
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine große Gruppe von Chemikalien, die wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in vielen Produkten vorkommen. Sie sind extrem langlebig und praktisch nicht abbaubar. Weil sich PFAS in der Umwelt und im Körper anreichern, werden sie auch „Ewigkeits-Chemikalien“ genannt.
Quelle: DOI 10.1016/j.envint.2025.109794
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