Verschimmeltes Obst, Brot oder Nüsse sollte entsorgt werden. Das BfR erklärt Risiken durch Schimmelpilzgifte und gibt Tipps zur Vormeidung.

Schimmel auf Lebensmitteln ist unangenehm – nicht nur für das Auge: Denn viele Schimmelpilzarten bilden unsichtbare Giftstoffe, in der Fachsprache Mykotoxine. Auf mögliche, gesundheitliche Folgen weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin.
„Magen-Darm-Beschwerden sind noch eine relativ einfache Reaktion des Körpers auf Mykotoxine“, erklärt Biochemiker Dr. Philip Marx-Stölting im BfR-Wissenschaftspodcast Risiko. „Einige dieser Giftstoffe können aber auch in Zellen Mutationen auslösen und damit letztlich zur Entstehung von Krebs beitragen.“
Schimmelpilze wachsen auf organischem Material, etwa Lebensmitteln, und produzieren verschiedene chemische Substanzen. Einige davon dienen den Pilzen als Schutz – können beim Menschen jedoch akute Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme, aber auch langfristige Effekte wie Leberschäden oder ein erhöhtes Krebsrisiko verursachen.
Ein bekanntes Beispiel sind Aflatoxine, die häufig in Getreide, Nüssen oder bestimmten Früchten vorkommen. Sie gelten als stark lebertoxisch und krebserregend. Bei anderen Schimmelpilzgiften, etwa Alternaria-Toxinen, bestehen laut BfR noch Wissenslücken. Diese sollen durch Forschungspartnerschaften wie das EU-Projekt PARC schließen.
Mykotoxine bleiben oft selbst dann erhalten, wenn das Lebensmittel erhitzt wird. „Die Schimmelpilze selber werden durch die Hitze abgetötet, aber die Giftstoffe bleiben erhalten, denn sie sind chemisch sehr stabil“, so Marx-Stölting. Kochen oder Backen reicht daher nicht aus, um die Toxine zu zerstören.
Zudem können Mykotoxine auch ohne sichtbaren Schimmelbefall vorkommen – etwa in Getreide, Nüssen, Tomaten, Paprika oder daraus hergestellten Produkten wie Brot, Müsli oder Pflanzendrinks. EU-weit festgelegte Höchstgehalte sowie regelmäßige Kontrollen tragen laut BfR dazu bei, Risiken zu minimieren.
Das BfR empfiehlt, verschimmelte Lebensmittel vollständig zu entsorgen. Abschneiden reicht nicht, da sich die Giftstoffe unsichtbar im Produkt verteilt haben können. Besonders bei weichen oder wasserreichen Lebensmitteln wie Brot, Obst, Gemüse oder Marmelade ist Vorsicht geboten.
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich Schimmelbildung reduzieren:
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