Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut entsteht. Unbehandelt kann Gicht zu bleibenden Gelenkschäden und Nierenerkrankungen führen. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen zu Symptomen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Gicht ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die durch einen erhöhten Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) im Blut verursacht wird. Überschüssige Harnsäure lagert sich in Form von Kristallen in den Gelenken ab und führt dort zu schmerzhaften Entzündungen.
Typisch sind plötzlich auftretende Gichtanfälle mit starken Gelenkschmerzen, Rötung, Schwellung und Überwärmung der betroffenen Stellen. Besonders häufig ist das Großzehengrundgelenk betroffen, aber auch andere Gelenke wie Knie, Sprunggelenk oder Finger können erkranken. Unbehandelt kann Gicht chronisch werden, zu dauerhaften Gelenkschäden führen und das Risiko für Nierensteine oder Nierenversagen erhöhen.
Die Erkrankung tritt oft bei Menschen mit ungünstigen Ernährungsgewohnheiten, Übergewicht oder genetischer Veranlagung auf. Neben medikamentöser Therapie kann eine angepasste Ernährung mit wenig purinreichen Lebensmitteln helfen, Gichtanfälle zu vermeiden. Frühzeitige Behandlung und langfristige Harnsäurekontrolle sind entscheidend, um Folgeschäden zu verhindern.
Gicht tritt meist in Form von plötzlichen, schmerzhaften Gichtanfällen auf, die oft in der Nacht oder am frühen Morgen beginnen. Besonders häufig ist das Großzehengrundgelenk betroffen (diese Form nennt sich Podagra), aber auch andere Gelenke wie das Sprunggelenk, Knie, Finger-, Hand- oder Ellenbogengelenk können erkranken.
Die betroffenen Gelenke schwellen an, sind stark gerötet, überwärmt und extrem druckempfindlich. Die Schmerzen können so intensiv sein, dass selbst das Gewicht einer Bettdecke als unerträglich empfunden wird.
Typische Symptome eines Gichtanfalls:
Ein Gichtanfall erreicht meist innerhalb weniger Stunden seinen Höhepunkt. Ohne Behandlung halten die Beschwerden oft mehrere Tage bis Wochen an. Mit einer gezielten Therapie lassen sich die Schmerzen und Entzündungen jedoch innerhalb weniger Tage lindern.
Wird Gicht nicht behandelt, können die Anfälle häufiger auftreten und länger dauern. Zudem steigt das Risiko, dass die Erkrankung chronisch wird. In diesem Fall lagern sich Harnsäurekristalle dauerhaft in den Gelenken ab und bilden sogenannte Gichtknoten (Tophi), die zu Gelenkschäden, Verformungen und Bewegungseinschränkungen führen können.
Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Harnsäure auch in den Nieren absetzt, was zu Nierensteinen und Nierenfunktionsstörungen bis hin zu einer chronischen Nierenerkrankung führen kann. Des Weiteren zeigen Studien einen Zusammenhang zwischen Gicht und Bluthochdruck und Herzinfarkten.
Gicht entsteht durch einen erhöhten Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) im Blut. Harnsäure ist ein Abbauprodukt von Purin, das natürlicherweise im Körper gebildet und auch über die Nahrung aufgenommen wird. Ist die Harnsäurekonzentration zu hoch, bilden sich Harnsäurekristalle, die sich in den Gelenken ablagern und schmerzhafte Entzündungen auslösen.
Der Arzt beginnt mit einer Anamnese, in der nach typischen Beschwerden, früheren Gichtanfällen, Ernährung und familiärer Veranlagung gefragt wird. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der geschwollene, gerötete und überwärmte Gelenke auf Anzeichen einer Entzündung überprüft werden.
Wichtige Untersuchungen zur Diagnose:
Ein erhöhter Harnsäurespiegel allein reicht nicht zur Diagnose, weil nicht jeder mit Hyperurikämie Gicht entwickelt. Erst der Nachweis von Harnsäurekristallen in der Gelenkflüssigkeit bestätigt die Erkrankung eindeutig.
Die Behandlung zielt darauf ab, akute Gichtanfälle schnell zu lindern und langfristig den Harnsäurespiegel zu senken, um weitere Anfälle und Gelenkschäden zu vermeiden.
Medikamentöse Therapie bei einem akuten Gichtanfall:
Langfristige Therapie zur Senkung der Harnsäure:
Weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Behandlung
zuletzt aktualisiert: 07.08.2025
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