Es grummelt im Bauch, man fühlt sich schlapp, manchmal kommt es zu Ausschlag oder Kopfschmerzen: Wer unter diesen Symptomen leidet, vermutet oft eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Was dahinterstecken könnte und was eher nicht.

Obst gilt als gesund. Doch einigen Menschen kann der darin enthaltene Fruchtzucker Probleme bereiten – jedenfalls wenn es zu viel davon gibt. Grund: Bei der Verdauung muss ein spezieller Transporter – Experten sprechen von GLUT-5 – den Fruchtzucker vom Dünndarm in den Körper bringen. Doch die Kapazitäten des Transporters sind begrenzt. Gelangt der Fruchtzucker weiter in den Dickdarm, wird er von den dort lebenden Bakterien verarbeitet. Das führt zu Bauchschmerzen und Durchfall.
Von einer Fructose-Malabsorption sprechen Experten, wenn der Körper auf weniger als 25 Gramm Fructose – auf einmal aufgenommen – empfindlich reagiert. Etwa jeder dritte Erwachsene und zwei von drei Kindern gehören in diese Gruppe. Zum Vergleich: Ein halber Liter Apfelsaft enthält etwa 32 Gramm.
Besteht ein Verdacht auf Fructose-Malabsorption, dann empfiehlt sich eine Diagnose beim Facharzt. Ein Ernährungssymptom-Tagebuch reicht in der Regel zur Abklärung. Ein ergänzender sogenannter H2-Atemtest fällt in vielen Fällen jedoch falsch positiv aus. Mittels der folgenden dreistufigen Ernährungstherapie lässt sich dann individuell abklären, wie viel Fructose man noch gut verträgt: zwei Wochen Verzicht auf Fruchtzucker mit anschließender sechswöchiger Testphase, welche Lebensmittel vertragen werden, übergehend in eine individuelle Dauerernährung.
Grundsätzlich gilt: so wenig wie möglich Nahrungsmittel aus dem Speiseplan streichen. Keinesfalls sollten Menschen ohne Diagnose generell auf Obst verzichten. Außerdem gilt es zu beachten, dass Fructose auch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln wie Smoothies, Joghurts, Eiscreme, Back- und Süßwaren sowie Softdrinks steckt. Auf der Packung verbirgt er sich oft hinter Angaben wie Invertzucker, Maissirup, Fructosesirup oder Fruchtsüße. Übrigens: Auch den Zuckeraustauschstoff Sorbit vertragen die meisten Menschen mit Fructose-Malabsorption nicht.
Eiweißbausteine von heimischem Getreide wie Gluten sowie andere Inhaltsstoffe können verschiedene unerwünschte Reaktionen auslösen. Dazu gehören unterschiedlich starke Magen-Darm- Beschwerden, aber auch Hautausschläge oder Asthma.
Laut aktuellen Schätzungen reagieren etwas mehr als zehn Prozent der Bevölkerung auf Weizen beziehungsweise andere heimische Getreidesorten. Dahinter stecken ganz verschiedene Krankheitsbilder: Bei der Zöliakie (unter einem Prozent) reagieren Betroffene auf den Eiweißstoff Gluten mit starken Entzündungen der Darmschleimhaut. Die Weizenallergie (etwa ein Prozent) sorgt für Magen-Darm- Beschwerden, Ausschläge oder Juckreiz. Die atypische Weizenallergie (etwa fünf Prozent) äußert sich etwa durch zeitlich verzögerte Bauchbeschwerden. Bei der Weizensensitivität (bis zu fünf Prozent) stehen sogenannte Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) im Verdacht, Probleme wie Durchfall, Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit auszulösen. ATI stecken auch in anderen heimischen Getreidesorten.
Eine Diagnose muss beim Facharzt erfolgen und sie umfasst je nach Krankheitsbild unterschiedliche Laborwerte sowie auch die sorgfältige Auswertung eines Ernährungssymptom-Tagebuchs.
Je nach Ursache der Beschwerden müssen heimische Getreidesorten ganz vom Speiseplan gestrichen oder nur teilweise reduziert werden. Kein Gluten enthalten beispielsweise Reis, Mais, Hirse oder Buchweizen. Experten empfehlen eine genaue Abklärung der Beschwerden. Sie raten dringend davon ab, Lebensmittel auf Verdacht wegzulassen. Dies schränkt nicht nur die Lebensqualität ein, sondern kann auf Dauer zu Mangelzuständen führen. Eine gute Ernährungsberatung hilft weiter.
Histamin ist ein Stoff , der allergische Reaktionen im Körper vermittelt. Von einer Unverträglichkeit spricht man, wenn über die Nahrung aufgenommenes Histamin zu allergieartigen Symptomen wie laufender Nase, Hautausschlag, Durchfall oder Atemnot führt. Dass Histamin aus der Nahrung solche Reaktionen bewirkt, bezweifeln Fachleute für die meisten Verdachtsfälle jedoch.
Viele Menschen vermuten hinter Unverträglichkeitsreaktionen Histamin als Auslöser. In Studien ließ sich der kausale Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Histamin und dem Auftreten verschiedener Symptome aber nicht eindeutig nachweisen.
Allergologische Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beschreiben in einer aktuellen Leitlinie ausführlich, wie Ärzte bei einem Verdacht auf Histamin-Unverträglichkeit am besten vorgehen. Dazu gehört zunächst der Ausschluss vieler anderer möglicher Krankheitsbilder. Eine dreistufige Ernährungsumstellung unter fachlicher Betreuung (siehe Fructose-Malabsorption) gibt oft weitere Hinweise. Bleibt der Verdacht einer Überreaktion auf Histamin, kann in speziellen Kliniken mittels Provokation festgestellt werden, welche Menge Betroffene noch vertragen.
Histamin steckt in vielen Lebensmitteln. Besteht nur ein Verdacht auf Histamin-Unverträglichkeit, verzichten (vermeintlich) Betroffene oft grundlos auf vieles. Eine Abklärung durch Fachärzte und Ernährungstherapeuten ist unbedingt angeraten.
Milch und viele daraus hergestellte Produkte enthalten Milchzucker. Gelangt dieser unverdaut in den Dickdarm, verstoffwechseln ihn die dort ansässigen Bakterien. Völlegefühl, Blähungen und Durchfall gehören zu den häufigsten Symptomen.
Etwa 15 bis 20 Prozent der Deutschen vertragen im Erwachsenenalter kaum noch Milch. Die Menge oder Aktivität des Enzyms Lactase, das Milchzucker spaltet, nimmt bei ihnen mit den Jahren ab.
Zur Diagnose dienen ein Ernährungssymptom-Tagebuch und ein H2-Atemtest. Es folgt am besten eine dreistufige Ernährungstherapie: zwei Wochen Verzicht auf Lactose mit anschließender sechswöchiger Testphase, welche Lebensmittel vertragen werden, übergehend in eine individuelle Dauerernährung.
Menschen mit Lactose-Unverträglichkeit vertragen meistens noch etwas Lactose. Kleine Mengen wie ein Schluck Milch im Kaffee machen in der Regel keine Probleme. Generell gilt es jedoch, den Milchzucker in der Nahrung zu reduzieren. Sauermilchprodukte sowie Hart- und Weichkäse enthalten übrigens kaum Milchzucker. Dagegen steckt in verarbeiteten Lebensmitteln wie Süßspeisen, Salatsoßen, Fertiggerichten oder Tütensuppen zum Teil mehr davon als erwartet.
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