Milchunverträglichkeit

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  02.04.2026 00:00 Uhr

Bei einer Milchzuckerunverträglichkeit, auch Laktoseintoleranz genannt, können Betroffene den mit Milch und Milchprodukten aufgenommenen Milchzucker (Laktose) im Darm nicht ausreichend verdauen. Sie reagieren nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten mit Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Bei Menschen, die eine Laktoseintoleranz haben, wird ein wichtiges Enzym, die Laktase, nicht oder nicht in ausreichender Menge produziert. Der mit Milch und Milchprodukten aufgenommene Milchzucker (Laktose) kann deshalb im Darm nicht ausreichend verdaut werden. In der Folge kommt es zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen. Die Unverträglichkeit ist keine Allergie: Kleine Mengen Milchzucker werden oft noch vertragen. Wie viel individuell möglich ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.
Laktoseintoleranz ist weltweit verbreitet. In Europa sind etwa 5 bis 15 Prozent der Menschen betroffen, deutlich häufiger tritt sie in Afrika und Ostasien auf. Meist entwickelt sie sich erst im Jugend- oder Erwachsenenalter.

Symptome / Verlauf

Die Beschwerden setzen meist kurze Zeit nach dem Verzehr laktosehaltiger Lebensmittel ein, oft innerhalb von 30 Minuten bis wenigen Stunden. Typisch sind Verdauungsprobleme wie ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, Bauchschmerzen und Krämpfe sowie vermehrte Blähungen. Häufig kommt es auch zu Durchfall, manchmal treten zudem Übelkeit oder Verstopfung auf.
Die Stärke der Symptome hängt vor allem davon ab, wie viel Milchzucker aufgenommen wurde und wie gut der Körper ihn noch verarbeiten kann. Viele Betroffene lernen mit der Zeit, ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze einzuschätzen.

Folgen / Komplikationen

Die Laktoseintoleranz selbst ist nicht gefährlich. Allerdings können die Beschwerden die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen, wenn sie häufig auftreten.
Wer dauerhaft auf Milchprodukte verzichtet, sollte darauf achten, genügend Kalzium aufzunehmen. Ein Mangel kann langfristig die Knochengesundheit beeinträchtigen. Wichtig ist ausserdem, die Diagnose ärztlich abklären zu lassen. Ein Laktasemangel kann auch durch andere Krankheiten wie Zöliakie oder Morbus Crohn entstehen.

Ursachen / Risikofaktoren

Bei gesunden Menschen spaltet das Enzym Laktase im Dünndarm den Milchzucker in verwertbare Bestandteile. Fehlt dieses Enzym ganz oder teilweise, gelangt unverdauter Milchzucker in den Dickdarm. Dort wird er von Bakterien vergoren, wodurch Gase und andere Stoffe entstehen, die die typischen Beschwerden auslösen.
Die häufigste Form ist erblich bedingt: Nach der Kindheit nimmt die Produktion von Laktase natürlicherweise ab. Bei manchen Menschen reicht die verbleibende Menge nicht mehr aus, um grössere Mengen Milchzucker zu verdauen. Seltener entsteht eine Laktoseintoleranz als Folge anderer Erkrankungen des Darms, etwa bei Entzündungen oder Schädigungen der Darmschleimhaut. In diesen Fällen kann sie sich wieder bessern, wenn die Grunderkrankung behandelt wird.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Zur Abklärung können verschiedene Tests eingesetzt werden, zum Beispiel ein Atemtest ein Laktose-Toleranz-Test oder einem Diät - oder Auslassungstest. Wichtig ist dabei, dass typische Beschwerden auftreten, um die Diagnose zu sichern. Bei Bedarf wird auch geprüft, ob eine andere Erkrankung hinter den Beschwerden steckt.
Das kann man selbst tun: Im Alltag hilft es, die Ernährung anzupassen und die individuell verträgliche Menge an Milchzucker herauszufinden. Oft ist es nicht nötig, komplett auf Milchprodukte zu verzichten. Kleine Mengen werden häufig gut vertragen, besonders zusammen mit anderen Lebensmitteln.
Zudem sollte auf eine ausreichende Kalziumzufuhr geachtet werden, etwa über grünes Gemüse, kalziumreiches Mineralwasser oder gereifte Käsesorten wie Parmesan oder alter Gouda, die wenig Laktose enthalten.

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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