Nach zwölf Wochen sank der Blutdruck der Betroffenen, die den neuen Wirkstoff Baxdrostat erhalten hatten, im Durchschnitt deutlich. Das ist das zentrale Ergebnis einer Herstellerstudie zu Bluthochdruck in Kooperation mit dem University College London.
Bluthochdruck: Neuer Wirkmechanismus zeigt Erfolg
Der innovative Ansatz des Medikaments liegt in seiner Wirkung auf das Hormon Aldosteron. Dieses reguliert den Salz- und Wasserhaushalt im Körper. Wird zu viel davon produziert, steigt der Blutdruck. Baxdrostat setzt genau hier an: Es blockiert die Bildung dieses Hormons und bekämpft damit eine zentrale Ursache von schwer kontrollierbarem Bluthochdruck.
Geringeres Risiko für Herzinfarkt und Co mit Medikament
794 Personen mit Bluthochdruck nahmen an der Studie Teil. Zusätzlich zur Standardtherapie erhielt etwa ein Drittel 1 Milligramm Baxdrostat, ein weiteres 2 Milligramm des Wirkstoffs und das übrige Drittel ein Scheinmedikament. Rund 40 Prozent der Teilnehmenden erreichten mit Baxdrostat normale Blutdruckwerte – deutlich mehr als in der Placebo-Gruppe.
Studienleiter Professor Bryan Williams erklärt in einer Mitteilung zur Studie: „Eine Senkung des systolischen Blutdrucks um nahezu 10 mmHg mit Baxdrostat in der BaxHTN-Phase-III-Studie zu erreichen, ist sehr erfreulich, da dieses Ausmaß an Reduktion mit einem deutlich geringeren Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen verbunden ist.“
Hoffnung, wenn andere Medikamente nicht anschlagen
Besonders relevant ist der Wirkstoff für Menschen, deren Blutdruck trotz bestehender Therapie nicht ausreichend sinkt. Studien zeigen, dass etwa die Hälfte der Betroffenen dieses Problem hat. Laut Williams deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass Aldosteron bei Millionen von Patienten eine wichtige Rolle bei schwer kontrollierbarem Bluthochdruck spielen könnte. Das Medikament biete Hoffnung auf wirksamere Behandlungen in der Zukunft.
So könnte Baxdrostat eine vielversprechende Ergänzung in der Behandlung von Bluthochdruck sein – insbesondere dann, wenn bisherige Therapien nicht ausreichen. Für viele Betroffene eröffnet sich damit eine neue Perspektive.
DOI: 10.1056/NEJMoa2507109