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Gestörte Selbstwahrnehmung: Ich bin so hässlich!

Katrin Faßnacht-Lee  |  04.05.2021

Gutes Aussehen zählt. Das war schon immer so, spielt aber im heutigen Medienzeitalter mitunter noch eine größere Rolle. Kein Wunder, dass sich viele mit ihrem Äußeren beschäftigen. Was aber, wenn man sich ständig mit Gesicht, Körper oder Haaren auseinandersetzt und noch dazu unzufrieden damit ist? Dann könnte eine Körperdysmorphe Störung (KDS) vorliegen. Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind betroffen und leiden darunter. Eine Behandlung lohnt sich.

Frau betrachtet sich kritisch im Spiegel.
Frauen, die unter einer Körperdysmorphen Störung leiden, begutachten vor allem Haut, Gesicht und Haare besonders kritisch.
© iStock.com/fizkes

Die KDS beginnt laut Experten meist bereits in der Pubertät. Die Angst vor einer schlechten äußerlichen Erscheinung kann aber auch noch später auftreten. Mädchen und Frauen sind etwas häufiger betroffen, aber auch Männer sorgen sich um ihr Äußeres. Während bei ihnen oft die Sorge um Körperbau, Muskeln und das Aussehen der Genitalien im Vordergrund steht, begutachten Frauen Haut, Gesicht und Haare besonders kritisch.

Was steckt hinter der Angst vor Hässlichkeit?

In schweren Fällen prüfen Betroffene ihr Aussehen mehrere Stunden täglich in Spiegeln oder Handydisplays. Dabei stören sie sich an einem Makel, der für andere nicht sichtbar oder geringfügig ist. Sie versuchen diesen zu vertuschen, haben oft den starken Wunsch nach kosmetischen Behandlungen oder sogar Schönheitsoperationen. Es besteht ein großer Leidensdruck. Viele ziehen sich sogar aus ihrem sozialen Umfeld zurück, aus Angst durch ihren Makel aufzufallen.

Die Gründe für eine KDS sind vielschichtig. So können Mobbing und Hänseleien Auslöser sein, auch Schönheitsideale in den Medien spielen eine Rolle. Bekannt ist die KDS aber schon seit über 200 Jahren. Neben sozialen Faktoren haben laut Experten vor allem psychische und eventuell auch biologische Faktoren Einfluss auf das Krankheitsgeschehen.

Wo bekommen Betroffene Hilfe?

Wer an sich oder nahestehenden Menschen die beschriebenen Verhaltensweisen erkennt, kann aktiv werden. Denn es gibt Möglichkeiten, den Leidensdruck zu verringern und wieder eine bessere Selbstwahrnehmung zu erlangen. Besonders erfolgreich soll eine kognitive Verhaltenstherapie sein. Manchen KDS-Patienten und -Patientinnen helfen auch Antidepressiva.

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