Die Schilddrüsenunterfunktion – medizinisch Hypothyreose – ist eine häufige Stoffwechselstörung, bei der die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Erfahren Sie, wie sich eine Unterfunktion bemerkbar macht, welche Folgen sie haben kann und wie Ernährung, Tests und Medikamente die Behandlung unterstützen.

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ am Hals – aber sie steuert große Teile unseres Stoffwechsels, Kreislaufs und Energiehaushalts. Produziert sie zu wenig Hormone (vor allem T3 und T4), spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion oder Hypothyreose.
Die Folge: Der Körper arbeitet langsamer – Betroffene fühlen sich oft müde, kälteempfindlich und antriebslos, der Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. Auch Haut, Haare, Verdauung und Psyche können betroffen sein.
Eine Unterfunktion kann angeboren oder erworben sein, zum Beispiel durch eine Autoimmunerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis), eine Operation oder Jodmangel. In Deutschland sind schätzungsweise 4 bis 8 Millionen Menschen betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer.
Die Erkrankung ist meist nicht heilbar, aber gut behandelbar – durch die regelmäßige Zufuhr von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform.
Eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich meist langsam und schleichend. Viele Betroffene bemerken die Beschwerden erst spät – oder halten sie zunächst für Stress, Wetter oder das Alter. Die Symptome sind vielfältig, da Schilddrüsenhormone viele Körperfunktionen beeinflussen.
Bei älteren Menschen können die Symptome leicht fehlinterpretiert werden – zum Beispiel als allgemeine Schwäche, Vergesslichkeit oder Älterwerden. Deshalb bleibt die Erkrankung bei ihnen manchmal lange unerkannt.
Wird eine Schilddrüsenunterfunktion nicht erkannt oder behandelt, kann sie sich langsam verschlimmern – oft über Monate oder Jahre hinweg. Der Körper arbeitet dabei dauerhaft unter seinem normalen Tempo. Das kann die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
In extremen Fällen – etwa bei älteren Menschen mit schwerer, unerkannter Unterfunktion – kann es zu einer Myxödemkrise kommen: einem seltenen, aber lebensbedrohlichen Notfall mit starker Unterkühlung, Bewusstseinseintrübung und verlangsamter Atmung.
Mit einer gut eingestellten Therapie lassen sich die Symptome aber meist vollständig zurückbilden, und die Betroffenen können ein ganz normales Leben führen.
Die Schilddrüsenunterfunktion kann durch verschiedene Auslöser entstehen – je nachdem unterscheidet man mehrere Formen.
Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem irrtümlich Schilddrüsengewebe angreift und zerstört. Die Folge ist ein schleichender Rückgang der Hormonproduktion. Hashimoto ist in Deutschland die häufigste Ursache für eine Unterfunktion und betrifft vor allem Frauen.
Weitere Ursachen:
Risikofaktoren:
Der Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion ergibt sich oft durch die typischen Beschwerden – besonders wenn mehrere Symptome gleichzeitig auftreten. Eine einfache Blutuntersuchung liefert dann schnell Gewissheit.
Wichtige Laborwerte:
Weitere Untersuchungen:
Je früher eine Unterfunktion erkannt wird, desto schneller kann die passende Behandlung starten – und viele Beschwerden lassen sich rückgängig machen.
Die Schilddrüsenunterfunktion lässt sich in den meisten Fällen einfach und zuverlässig behandeln – durch die tägliche Einnahme von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform. Ziel ist es, den Hormonmangel auszugleichen und die Stoffwechselfunktion zu normalisieren.
Standardtherapie:
Die Behandlung ist in der Regel lebenslang, kann aber gut an Veränderungen (z. B. Schwangerschaft, Gewichtsveränderung, Wechseljahre) angepasst werden. Eine Studie aus dem Jahr 2026 zeigt: Senioren können Schilddrüsen-Tabletten mitunter absetzen. Gerade bei Menschen, die die Medikamente in niedriger Dosierung von 50 µg oder weniger einnehmen, lohnt sich eine Rücksprache mit dem Arzt.
Bei Hashimoto-Thyreoiditis kann die Schilddrüsenfunktion langsam weiter abnehmen – daher sind langfristige Kontrollen wichtig.
Eine spezielle Diät ist bei Hypothyreose nicht nötig – aber es gibt einige Dinge, die die Behandlung unterstützen oder die Wirkung der Medikamente beeinflussen können.
Zuletzt aktualisiert: 02.06.2025
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