Arzneimittel

Rezeptfreie Schlafmittel nicht länger als 2 Wochen nehmen

ABDA/NK  |  06.03.2021

Bei Schlafstörungen können rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke helfen. Sie sollten aber nur eingenommen werden, wenn andere, nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht ausreichen. Denn: Rezeptfrei heißt nicht harmlos.

Ältere Frau, liegt im Bett und kann nicht schlafen.
Schlafstörungen können die Lebensqualität massiv einschränken. In der Apotheke vor Ort können sich Betroffene beraten lassen.
© Marcos Calvo/iStockphoto

„Synthetische Schlafmittel sollten ohne Unterbrechung nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden“, sagt der Apotheker Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer. Nach einer zweiwöchigen täglichen sollte daher die Dosis schrittweise reduziert oder abgesetzt werden. „Plötzliches Absetzen kann zu Schlafstörungen führen, was einen Teufelskreis auslösen könnte“, so Benkert.

Die Wirkung der beiden synthetischen Wirkstoffe Diphenhydramin und Doxylamin halte etwa acht Stunden lang an. Zu spät am Abend eingenommen, können sie am nächsten Morgen zu einem „Hang-over“ mit Müdigkeit und eingeschränkter Reaktionsfähigkeit führen, gibt der Apotheker zu Bedenken. Wer älter als 65 Jahre sei und synthetische Schlafmittel aus der Gruppe der Antihistaminika einnehme, riskiere zudem schwerwiegende Nebenwirkungen wie Sehstörungen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen oder Stürze.

„Wer an Schlafstörungen leidet, sollte sich von seiner Apothekerin oder seinem Apotheker vor Ort beraten lassen, damit eventuelle Ursachen identifiziert werden können“, rät Benkert. Länger als zwei Wochen sollten allenfalls pflanzliche Schlafmittel eingenommen werden. Sie enthalten zum Beispiel Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Melissenblätter, Lavendelblüten oder andere Heilpflanzen, einzeln oder in Kombinationen. Die Wirkung pflanzlicher Beruhigungsmittel setzt in der Regel erst nach einigen Tagen oder Wochen ein. Sie können eine Alternative zu synthetischen Wirkstoffen darstellen; eine Gewöhnung ist derzeit nicht bekannt. „Wirksamer als selbstgekochte Tees sind behördlich zugelassene Extrakte, die hochdosiert zum Beispiel als Tinkturen, Tabletten oder Kapseln eingenommen werden“, sagt Benkert.

In Apotheken oder bei aponet.de erhalten Patienten auch individuelle Tipps für einen besseren Schlaf.

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