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Sildenafil senkt Alzheimer-Risiko um mehr als die Hälfte

ZOU  |  27.03.2024

Sildenafil (besser bekannt unter dem Markennamen Viagra) ist ein Medikament zur Behandlung von Erektionsstörungen. Der Wirkstoff scheint eine relevante Nebenwirkung zu haben: Er reduziert das Alzheimer-Risiko ersten Erkenntnissen zufolge möglicherweise massiv.

Mann, hält eine blaue Pille in die Kamera.
Sildenafil, das zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt wird, hat womöglich eine positive Nebenwirkung.
© samael334/iStockphoto

Eine Analyse von Krankenversicherungsdaten und Laboruntersuchungen zu den genetischen und neurologischen Auswirkungen von Sildenafil lassen vermuten, dass der Wirkstoff nicht nur die Durchblutung des Penis fördert, sondern auch die für Demenz verantwortliche Neurodegeneration und damit das Auftreten von Alzheimer um 54 Prozent verringert.

Sildenafil hemmt ein Enzym namens Phosphodiesterase, das in Nervenzellen eine Veränderung von Tau-Proteinen erzeugt, woraufhin diese sich zu den typischen Plaques zusammenlagern. In Zellkulturen mit Nervenzellen von Alzheimer-Patienten bildeten sich nach fünf Tagen unter Sildenafil-Behandlung tatsächlich weniger verklumpte Tau-Proteine. In den Zellen war auch eine veränderte Aktivität von Genen zu beobachten, die mit Entzündungen und Störungen der Nervenfunktion zusammenhängen.

„Nach der rechnerischen Integration dieser großen Datenmenge erscheint es lohnend, die Auswirkungen von Sildenafil auf menschliche Neuronen und die Ergebnisse bei Patienten in der Praxis zu sehen“, sagte der Bioinformatiker Feixiong Cheng von der Cleveland Clinic, einer der Autoren der Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Alzheimer's Disease“.

Da Sildenafil schon für die Behandlung von Erektionsstörungen zugelassen ist, könnte der Wirkstoff nach dem Nachweis seiner Sicherheit und Wirksamkeit bei Alzheimer schnell zur Verfügung stehen. Dies ist angesichts der alternden Bevölkerung von Bedeutung, denn Schätzungen zufolge wird Demenz von etwa 80 Millionen Fällen im Jahr 2030 weltweit auf fast 140 Millionen bis zur Mitte des Jahrhunderts zunehmen.

Quelle: DOI 10.3233/JAD-231391

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