Viele Kinder möchten irgendwann Make-up ausprobieren – oft aus Neugier oder weil sie ältere Vorbilder nachahmen. Für Eltern stellt sich dann vor allem eine Frage: Ist Schminke für Kinderhaut sicher? Eine US-Kinderärztin erklärt, worauf es ankommt.

Wenn Kinder nach Lippenstift oder Mascara fragen, gibt es laut Kinderärztin Eva Kubiczek-Love von der Cleveland Clinic keine pauschale Altersgrenze. Entscheidend ist:
Abgesehen davon gibt die Kinderärztin fünf Empfehlungen:
Der erste Schritt ist, die Motivation für das Schminken zu verstehen. Eltern sollten versuchen, mit Kindern darüber ohne Vorurteile und mit Fokus auf Faktenfinden zu reden. Das Ziel ist, den Kontext des Wunsches zu verstehen: Sich für Fasching oder Halloween zu verkleiden und zu schminken ist nicht dasselbe, wie jeden Tag damit zur Schule gehen zu wollen.
Außerdem ist es wichtig, die Bedürfnisse des Kindes zu verstehen: Geht es um kreative Ausdrucksformen oder vielleicht einen Berufswunsch? Aber auch Mobbing oder Gruppenzwang kann dahinterstehen.
Eltern sollten ein weiteres Gespräch vereinbaren – auf diese Weise haben sie selbst Zeit, die Entscheidung zu überdenken.
Ob Eltern Make-up erlauben oder nicht – wichtig sind klare Absprachen. Dazu gehört, festzulegen, welche Produkte infrage kommen und in welchen Situationen sie genutzt werden dürfen. Auch Konsequenzen und die Gründe für die Entscheidung, sowie, ob diese später wieder diskutiert werden kann, sollten Kinder erfahren.
Ein zentraler Punkt ist die Sicherheit der Produkte. Kinderhaut ist dünner und empfindlicher als die von Erwachsenen. Problematisch sind vor allem bestimmte Wirkstoffe, die in vielen Kosmetikprodukten für Erwachsene enthalten sind, zum Beispiel:
Diese Stoffe können die Haut reizen oder schädigen. Auch ölhaltige Produkte können Poren verstopfen und Hautprobleme begünstigen. Leider enthalten auch manche Kinder-Schminke-Produkte diese Stoffe. Daher empfiehlt Dr. Kubiczek-Love immer, die Inhaltsstoffe nachzulesen. Produkte, die für empfindliche Haut angeboten werden, die auch häufig kürzere Inhaltsstofflisten haben, seien häufig sicherer. Auch unabhängig geprüfte Produkte seien eine gute Idee. Allerdings sind Begriffe wie „natürlich“ oder „bio“ kein verlässlicher Hinweis auf Sicherheit.
Dennoch können Nebenwirkungen wie Allergien auftreten. Bei schweren, allergischen Reaktionen wie Gesichtsschwellungen oder Ausschlag gilt zu beachten: Sie können auch die Atemwege betreffen. Sollte das Kind röcheln, sich übergeben oder über Bauchschmerzen klagen, ist das ein Notfall.
Damit Make-up die Haut nicht belastet, ist eine gute Routine entscheidend. Dazu gehört:
Auch wichtig: Make-up sollte nicht geteilt werden, um Hautreizungen oder Infektionen zu vermeiden.
Neben der Hautgesundheit spielt auch das Selbstbild eine Rolle. „Erinnern Sie Ihr Kind, dass das Ziel von Make-up ist, das Erscheinungsbild zu verbessern, nicht zu verändern oder es verschwinden zu lassen“, so die US-Kinderärztin. So können Eltern das Selbstbewusstsein ihres Kindes fördern:
So können Kinder ein gesundes Körperbild entwickeln – mit und ohne Schminke.
Wenn Eltern Make-up erlauben, empfiehlt die Kinderärztin einen vorsichtigen Einstieg – etwa mit Lipgloss statt starkem Make-up. So können Kinder Erfahrungen sammeln und gleichzeitig lernen, bewusst und verantwortungsvoll mit Kosmetik umzugehen.
Wenn Eltern sich gegen Make-up entscheiden oder ihr Kind langsam heranführen möchten, gibt es mehrere Alternativen. Diese eignen sich besser für Grundschulkinder als für Jugendliche, ermöglichen es aber Kindern, sich auszuprobieren – ohne die Haut zu belasten oder Regeln zu überschreiten.
Dazu zählen zum Beispiel:
Auch ein behutsamer Einstieg kann eine Zwischenlösung sein – etwa mit leicht getöntem Sonnenschutz statt Foundation oder mit kleinen Probiergrößen.
Quelle: Cleveland Clinic
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