Unverheiratete haben ein höheres Krebsrisiko. Warum Vorsorge und Lebensstil besonders wichtig sind, zeigt eine US-Studie.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Familienstand und Krebsrisiko? Darauf deutet eine große US-Studie deutet hin. Menschen, die nie geheiratet haben, besitzen offenbar ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken als jene, die schon einmal verheiratet waren oder sind. Das erhöhte Risiko umfasst so gut wie alle häufig vorkommenden Krebsarten.
Die Forschenden von der University of Miami hatten Daten von über 4 Millionen Krebsfälle aus zwölf US-Bundesstaaten analysiert. Die stärksten Zusammenhänge zwischen Ehestand und Krebserkrankungen zeigten sich bei Krebsarten, die mit Infektionen, Rauchen oder Alkoholkonsum in Verbindung stehen. Bei Frauen galt dies zudem für Krebsarten im Zusammenhang mit der Fortpflanzung, wie Eierstock- und Gebärmutterkrebs.
Besonders deutlich war die Verbindung zum Beispiel bei Analkrebs. Männer, die nie verheiratet waren, hatten ein fünfmal höheres Risiko für Analkrebs als ihre verheirateten Geschlechtsgenossen. Bei Frauen, die nie geheiratet hatten, fanden die Forscher ein dreimal höheres Risiko für Gebärmutterhalskrebs als bei verheirateten Frauen.
Beide Krebsarten stehen mit HPV-Infektionen in Verbindung, weshalb die Exposition vermutlich eine Rolle spielt. Bei Gebärmutterhalskrebs könnten zudem Unterschiede bei Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsmaßnahmen hinzukommen. Weniger deutliche Zusammenhänge fanden die Forscher bei Krebsarten, für die es umfassende Vorsorgeprogramme gibt, darunter Brust-, Schilddrüsen- und Prostatakrebs.
Die Forscher betonen, dass Heiraten nicht automatisch vor Krebs schützt. Sie vermuten vielmehr, dass verheiratete Menschen häufig von mehr sozialer Unterstützung, stabileren Lebensverhältnissen und regelmäßigerer medizinischer Versorgung profitieren. Für alle gilt, dass man auf Risikofaktoren achten, Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und dafür sorgen sollte, dass man medizinisch gut betreut ist.
Eine Lücke hat die Studie allerdings: Sie sagt nichts darüber aus, ob eine stabile Partnerschaft ohne Trauschein ähnliche gesundheitliche Vorteile hat wie eine Ehe. An diesem Punkt könnten zukünftige Untersuchungen ansetzen.
Quelle: DOI 10.1158/2767-9764.CRC-25-0814
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern