Depression, Angst: Bei 2-3 Tassen Kaffee am Tag niedrigstes Risiko

Dr. Karen Zoufal  |  10.04.2026 08:15 Uhr

Wie viel Kaffee hilft der Psyche? Wer pro Tag 2-3 Tassen Kaffee trank, entwickelte in einer Studie seltener psychische Störungen wie Depressionen oder Angst.

Junger Mann trinkt eine Tasse Kaffee.
Datenanalyse zur idealen Kaffeemenge für die Psyche: Bei Männern waren die Zusammenhänge deutlicher als bei Frauen.
© PeopleImages/iStockphoto

Wie wirkt sich Kaffee auf die psychische Gesundheit aus? Eine große Langzeitstudie liefert Hinweise darauf, dass die Menge entscheidend sein könnte. Besonders moderater Kaffeekonsum steht dabei im Fokus. 

Kaffeekonsum und psychische Gesundheit: Hinweise aus großer Studie

Eine Auswertung von Daten von mehr als 460.000 Menschen über einen Zeitraum von 13 Jahren deutet darauf hin, dass moderater Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für verschiedene psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände verbunden sein könnte. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Journal of Affective Disorders veröffentlicht.

Demnach entwickelten Menschen, die zwei bis drei Tassen Kaffee pro Tag tranken, seltener psychische Probleme als Personen mit höherem Konsum. Wer dagegen fünf oder mehr Tassen täglich zu sich nahm, zeigte ein erhöhtes Risiko für die Stimmungs- und Stressstörungen.

Zwei bis drei Tassen Kaffee: mögliche „optimale Menge“

Die Forschenden beschreiben einen sogenannten J-förmigen Zusammenhang: Ein moderater Konsum war mit den günstigsten Werten verbunden, während sowohl sehr niedriger als auch sehr hoher Konsum weniger vorteilhaft erschien. „Es wurden J-förmige Zusammenhänge zwischen Kaffeekonsum und psychischen Störungen festgestellt. Das spricht dafür, dass ein moderater Kaffeekonsum der psychischen Gesundheit zuträglich sein könnte“, schreiben die Forschenden.

Zusammenhang bei jeder Kaffeesorte: gemahlen, instant oder entkoffeiniert

Interessant: Der Zusammenhang zeigte sich unabhängig von der Kaffeesorte – also sowohl bei gemahlenem Kaffee, Instantkaffee als auch entkoffeiniertem Kaffee. Bei Männern waren die beobachteten Effekte stärker ausgeprägt als bei Frauen.

Warum könnte Kaffee die Stimmung beeinflussen?

Kaffee enthält zahlreiche bioaktive Verbindungen, die im Körper unterschiedliche Wirkungen entfalten können. Die Forschenden vermuten, dass einige dieser Stoffe auf Hirnprozesse wirken, die an der Stimmungsregulation und Stressverarbeitung beteiligt sind. Diskutiert werden unter anderem:

  • entzündungshemmende Effekte
  • mögliche Einflüsse auf neuronale Signalwege 

Diese Mechanismen könnten erklären, warum moderater Kaffeekonsum mit einer besseren psychischen Gesundheit in Zusammenhang steht.

Einordnung: Hinweise, aber keine eindeutige Ursache

Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang – sie belegen jedoch nicht, dass Kaffee direkt vor Depressionen oder Angststörungen schützt. Weitere Studien sind notwendig, um die Zusammenhänge genauer zu verstehen. Gleichzeitig sehen die Forschenden in Kaffee einen möglichen Ansatz für Prävention: „In den letzten zehn Jahren haben sich psychische Störungen zunehmend als eine der größten Belastungen für die globale öffentliche Gesundheit entwickelt. Daher sind potenzielle Präventionsstrategien nötig, um die Pandemie psychischer Erkrankungen einzudämmen.“

Quelle: DOI 10.1016/j.jad.2025.120992

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