Vitamin D: Kann es das Herzinfarkt-Risiko im Alter senken?

Dr. Karen Zoufal  |  09.02.2026 10:43 Uhr

Vitamin D ist vor allem für gesunde Knochen bekannt. Eine Studie legt nahe, dass das Vitamin auch das Herz schützen könnte. Besonders Menschen über 60 könnten von einer gezielten Supplementierung profitieren.

Mann, nimmt eine Tablette ein.
Vitamin D könnte eine schützende Wirkung auf das Herz haben.
© stefanamer/iStockphoto

Studie aus dem BMJ: Vitamin D mit möglichem Herzschutz

Eine regelmäßige Zufuhr von Vitamin D könnte das Risiko für Herzinfarkte und bestimmte Behandlungen bei koronarer Herzerkrankung bei älteren Menschen senken. Das zeigt eine Untersuchung Fachmagazin „BMJ“ veröffentlicht hat. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob Vitamin-D-Supplemente helfen können, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

Große Untersuchung mit über 21.000 Teilnehmern

Für die Studie wurden 21.315 Menschen in Australien im Alter von 60 bis 84 Jahren begleitet. Über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren erhielten sie einmal pro Monat entweder eine hochdosierte Vitamin-D-Gabe oder ein Placebo (Scheinpräparat). Die Zuteilung erfolgte zufällig, was die Aussagekraft der Ergebnisse erhöht.

Weniger Herzinfarkte und Eingriffe bei koronarer Herzkrankheit

Die Auswertung von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen zeigte einen klaren Trend in der Vitamin-D-Gruppe:

  • 19 Prozent weniger Herzinfarkte
  • 11 Prozent weniger Behandlungen, um die Blutversorgung des Herzens wiederherzustellen, etwa durch Eingriffe bei koronarer Herzerkrankung

Interessant war außerdem: Die mögliche Schutzwirkung schien stärker zu sein bei Menschen, die bereits Statine oder andere Herz-Kreislauf-Medikamente einnahmen. Allerdings betonen die Forschenden, dass dies noch genauer untersucht werden muss. Bei Schlaganfällen zeigte sich dagegen kein Unterschied zwischen den Gruppen.

Warum Vitamin D als Schutzfaktor diskutiert wird

Schon länger gibt es Hinweise aus Beobachtungsstudien, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängt. Randomisierte kontrollierte Studien, die als besonders zuverlässig gelten, konnten bisher jedoch keinen eindeutigen Beweis liefern, dass Vitamin D tatsächlich vorbeugt. Die Autoren der aktuellen Studie halten deshalb fest: „Die Schlussfolgerung, dass eine Vitamin-D-Supplementierung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht verändert, ist verfrüht.“

Was bedeutet das für Menschen über 60?

Die Ergebnisse sind ein wichtiger Hinweis darauf, dass Vitamin D möglicherweise mehr kann als nur die Knochengesundheit unterstützen. Ob eine Supplementierung tatsächlich langfristig vor Herzinfarkten schützt, müssen weitere Studien zeigen.

Quelle: DOI 10.1136/bmj-2023-075230

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