Fußballfieber: Wie der Körper auf den Stress spannender Spiele reagiert

Dr. Karen Zoufal  |  07.02.2026 10:15 Uhr

Große Sportereignisse lösen starke Emotionen aus: Freude, Spannung, Nervosität. Der Körper reagiert oft intensiver darauf, als man denkt. Eine aktuelle Untersuchung mit Daten des DFB-Pokalfinales 2025 zeigt, dass gerade der Spieltag selbst das Stressniveau deutlich nach oben treiben kann.

Fußballfans im Stadion
Hexenkessel Fußballstadion: Hier schnellt nicht nur für Spieler der Stresspegel nach oben.
© pxel66/iStockphoto

Studie zum Pokalfinale: Stresslevel am Spieltag deutlich erhöht

Beim DFB-Pokal 2025 erreichte Arminia Bielefeld erstmals das Finale. Das Spiel gegen den VfB Stuttgart fand am 24. Mai im Berliner Olympiastadion statt. Für viele Fans war das ein historischer Moment, aber auch eine emotionale Belastungsprobe.

Für die Studie stellten 229 erwachsene Arminia-Fans Daten ihrer Smartwatches zur Verfügung: zehn Tage vor dem Finale und noch einmal zehn Wochen danach. Die Forschenden werteten Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität aus, um daraus das Stressniveau abzuleiten. Das Ergebnis: Am Tag des Pokalfinales lag der Stress im Schnitt um 41 Prozent höher als an spielfreien Tagen.

Stress beginnt schon Stunden vor dem Anpfiff

Besonders auffällig war, dass die Belastung nicht erst während des Spiels anstieg. Schon mehrere Stunden vorher nahm der Stresspegel zu und erreichte seinen Höhepunkt genau beim Anpfiff.

Auch nach Abpfiff blieb die Herzfrequenz zunächst erhöht. Das galt sogar, obwohl Arminia Bielefeld das Finale mit 4:2 gegen Stuttgart verlor. Emotionale Spiele wirken also länger nach, als viele vermuten.

Herzfrequenz bei Fans steigt messbar an

Die durchschnittliche Herzfrequenz der Teilnehmenden lag an einem normalen, spielfreien Tag bei etwa 71 Schlägen pro Minute. Am Tag des Pokalfinales stieg sie auf durchschnittlich 79 Schläge pro Minute. Das zeigt: Fußballfieber ist nicht nur ein Gefühl, sondern auch eine körperliche Reaktion.

Im Stadion ist die Belastung größer als vor dem Fernseher

Ein weiterer Punkt: Wo Fans das Spiel verfolgen, macht einen deutlichen Unterschied. Die Forschenden stellten fest, dass die Herzfrequenz bei Stadionbesuchern um 23 Prozent höher war als bei Fans, die das Spiel am Bildschirm sahen, etwa im Fernsehen oder beim Public Viewing. Die direkte Atmosphäre im Stadion mit Lärm, Spannung und emotionaler Nähe verstärkt den Stress offenbar zusätzlich.

Alkohol kann das Herz zusätzlich belasten

Auch Alkoholkonsum spielte in der Untersuchung eine Rolle. Mit Alkohol war die durchschnittliche Herzfrequenz um rund 5 Prozent höher als ohne. Die Autoren weisen darauf hin, dass eine erhöhte Herzfrequenz in Kombination mit Alkohol das Risiko für Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen steigern kann. Besonders Menschen mit Vorerkrankungen sollten deshalb vorsichtig sein.

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