Seit mehr als Jahren gibt es die „Pille danach“ ohne Rezept in der Apotheke. Wird sie schnell nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen, kann sie eine Schwangerschaft verhindern. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Die Pille danach ist ein Notfallverhütungsmittel, das nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Sie enthält bestimmte Hormone, die den Eisprung verzögern oder verhindern. Dafür muss sie so schnell wie möglich eingenommen werden, idealerweise innerhalb von 12 Stunden. Weil die Pille danach den Eisprung meist nur verschiebt, ist es wichtig, sofort nach der Einnahme an die weitere Verhütung zu denken.
Die Pille danach ist für Notfälle gedacht, etwa wenn das Kondom gerissen ist oder die reguläre Verhütung vergessen wurde. Sie ist nicht notwendig, wenn Sie zuverlässig verhütet haben oder wenn der letzte ungeschützte Geschlechtsverkehr länger als 5 Tage zurückliegt.
In Deutschland ist die Pille danach rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Sie können sie also direkt in der Apotheke kaufen, ohne vorher einen Arzt aufsuchen zu müssen. Bei Verhütungspannen am Abend oder in der Nacht können Sie auch eine Notdienstapotheke aufsuchen. Wichtig dabei: Die betroffene Frau muss persönlich in der Apotheke erscheinen, da vor der Abgabe ein kurzes Beratungs- und Aufklärungsgespräch mit der Apothekerin bzw. dem Apotheker stattfinden muss.
Die Pille danach wird einmalig als Tablette eingenommen. Wenn Sie sich innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme übergeben, müssen Sie schnell eine neue Pille danach besorgen und einnehmen. Wichtig: Die Pille danach sollte so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden, idealerweise innerhalb von 12 Stunden. Je nach Wirkstoff kann sie bis zu drei oder fünf Tage nach dem Sex wirksam sein. Der Wirkstoff Levonorgestrel wirkt bis zu drei Tage, Ulipristalacetat bis zu fünf Tage nach der Verhütungspanne. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, können beide nicht mehr wirken, denn auf die anschließende Einnistung des Eies haben sie keinen Einfluss.
Grundsätzlich gilt: Beide Wirkstoffe schützen nicht bis zum Ende des Zyklus, da sie den Eisprung nur verzögern. Eine Verhütung ist daher auch nach der Anwendung wichtig. Da Ulipristalacetat die Wirkung gestagenhaltiger Kontrazeptiva vermindern kann, sollte sicherheitshalber bis zum Ende des Zyklus zusätzlich ein Kondom verwendet werden.
Die Wirksamkeit der Pille danach hängt stark vom Zeitpunkt der Einnahme ab. Je früher sie nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird, desto höher ist ihre Wirksamkeit. Bei der Einnahme innerhalb von 24 Stunden liegt die Wirksamkeit bei etwa 94 Prozent. Danach sinkt die Wirksamkeit deutlich. Generell wirkt die Pille danach nur, wenn der Eisprung noch nicht stattgefunden hat. Denn sie verzögert oder verhindert den Eisprung, kann aber eine bereits eingetretene Schwangerschaft nicht beenden.
Häufige Nebenwirkungen der Pille sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, Müdigkeit und Schwindel. Auch Zyklusstörungen wie eine verspätete oder verfrühte Regelblutung, Zwischenblutungen oder stärkere Blutungen können auftreten. Die Nebenwirkungen sind in der Regel vorübergehend und klingen von selbst wieder ab.
Die Kosten für die Pille danach variieren je nach Präparat und liegen bei etwa 20 bis 40 Euro. Die Preise können zwischen Apotheken schwanken. Für gesetzlich versicherte Frauen werden die Kosten bis zum 22. Geburtstag von der Krankenkasse übernommen – aber nur, wenn ein Rezept vom Arzt vorliegt. Im Nachhinein erstatten die Krankenkassen die Kosten nicht. Zwischen 18 und 21 Jahren müssen Frauen mit Kassenrezept lediglich die Rezeptgebühr bezahlen. Ab dem 22. Lebensjahr müssen die Kosten für die Pille danach komplett selbst getragen werden.
Die Pille danach führt nicht zum Abbruch der Schwangerschaft. Auch Schädigungen des Embryos sind in diesem Fall nicht zu erwarten.
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