Studie: Kaffeetrinker haben weniger Körperfett und mehr Muskeln

Peter Erik Felzer  |  22.08.2026 09:29 Uhr

Kaffee macht nicht nur wach. Eine große finnische Studie zeigt: Menschen, die mehr Kaffee trinken, hatten weniger Körperfett, mehr Muskelmasse und teilweise bessere Blutzuckerwerte. Einen kausalen Zusammenhang kann die Studie aber nicht beweisen.

Ein Mann schaut aus dem Wohnzimmerfenster und trinkt einen Kaffee.
Macht Kaffee macht nicht nur wach, sondern auch eine gute Figur? Eine finnische Studie hat's untersucht.
© AaronAmat/iStockphoto

Körperfett und Muskelmasse besser

Menschen mit einem höheren Kaffeekonsum hatten in einer finnischen Studie nicht nur insgesamt weniger Körperfett, sondern auch weniger viszerales Fett, umgangssprachlich Bauchfett genannt. Dieses gilt als Risikofaktor für diverse Erkrankungen. Ein weiteres Ergebnis: Kaffeefans besaßen verhältnismäßig eine größere Muskelmasse. Diese Unterschiede zeigten sich, auch wenn starke Kaffeetrinker und solche mit geringem Konsum ein ähnliches Körpergewicht hatten.

Kaffeekonsum mit günstigeren Zuckerwerten verbunden

Für die Studie analysierten Forschende der Universität Oulu Daten von 2.264 Teilnehmern der Northern Finland Birth Cohort 1966. Sie prüften, wie der übliche Kaffeekonsum mit Stoffwechselmarkern, Anzeichen für Stoffwechselstörungen und Geschlechtshormonen zusammenhängt. 

Neben den Unterschieden bei Fett- und Muskelmasse fanden die Forscher auch Auffälligkeiten bei verschiedenen Stoffwechselmarkern. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen war ein höherer Kaffeekonsum mit niedrigeren Konzentrationen sogenannter verzweigtkettiger Aminosäuren verbunden. Erhöhte Werte dieser Biomarker werden mit einem höheren Risiko für Vorstufen eines Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Männliche Kaffeefans wiesen zudem günstigere Blutzucker- und Insulinwerte auf. 

Kaffee hängt bei Männern mit Testosteronwerten zusammen

Einen besonderen Befund erkannten die Forschenden bei den Geschlechtshormonen. Männer mit einem höheren Kaffeekonsum wiesen unter anderem im Durchschnitt höhere Werte an Gesamttestosteron im Körper auf. 

Studie beweist keine Schutzwirkung von Kaffee 

Die Studie liefert mögliche Hinweise darauf, warum frühere Untersuchungen wiederholt Zusammenhänge zwischen Kaffeekonsum und einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen beobachtet haben. Die Forschenden vermuten, dass hormonelle Mechanismen dabei eine Rolle spielen könnten. Ob Kaffee diese Veränderungen tatsächlich verursacht, bleibt jedoch offen.

Quelle: DOI 10.1007/s00394-026-04038-z

Mehr aponet.de bei Google

Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast

Im Fokus diesmal: Verzicht auf Süßes reduziert das Verlangen danach nicht, der Fuchsbandwurm und wie…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben