Regelmäßige körperliche Aktivität wird seit Langem mit besserer körperlicher und mentaler Gesundheit sowie einem geringeren Sterberisiko in Verbindung gebracht. Weniger klar war bislang, ob auch die Abwechslung verschiedener Bewegungsarten eine Rolle spielt – oder ob allein die Gesamtmenge entscheidend ist.
Genau dieser Frage ging ein Forschungsteam nach. Es wertete Daten aus zwei großen US-amerikanischen Langzeitstudien aus, die Frauen und Männer über mehr als 30 Jahre begleiteten. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal BMJ Medicine veröffentlicht.
Daten aus über drei Jahrzehnten zur Bewegungsvielfalt
In die Analyse flossen Angaben von mehr als 111.000 Teilnehmenden ein. Diese machten regelmäßig Angaben zu Lebensstil, Gesundheit und körperlicher Aktivität – etwa zu Gehen, Joggen, Radfahren, Schwimmen, Krafttraining, Gartenarbeit oder Treppensteigen. Im Beobachtungszeitraum starben mehr als 38.000 Teilnehmende, etwa an Krebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.
Um die Aktivitäten vergleichbar zu machen, nutzte das Forschungsteam sogenannte metabolische Äquivalente (MET). Sie beschreiben, wie viel Energie eine Aktivität im Vergleich zum Ruhen verbraucht. Entscheidend für die Auswertung waren MET-Stunden pro Woche – also der MET-Wert einer Aktivität multipliziert mit der wöchentlichen Dauer. Zügiges Gehen entspricht je nach Tempo so etwa 3–4 MET, Seilspringen etwa 11 MET.
Körperliche Aktivität schneidet besser ab als Inaktivität
Die Auswertung zeigte: Insgesamt hatten körperlich aktivere Menschen ein geringeres Risiko, im Studienzeitraum zu sterben: je nach Aktivität war ihr Risiko um 4 bis 17 Prozent geringer als das der am wenigsten Aktiven. Besonders fiel dabei das Gehen auf.
Bewegungsvielfalt als eigenständiger Faktor
Bei der Vielfalt sah das Forschungsteam aber einen größeren Unterschied: Bei gleicher Gesamtbewegung war eine große Vielfalt mit einem um 19 Prozent niedrigerem Sterberisiko verbunden als geringe Vielfalt. Je nach Todesursache lag das Risiko sogar um 13 bis 41 Prozent niedriger.
Schwellenwert bei 20 MET-Stunden pro Woche
Mehr Bewegung für ein geringeres Sterberisiko galt jedoch nicht unbegrenzt: Denn ab 20 MET-Stunden pro Woche flachte der zusätzliche Nutzen ab. Das deutet auf einen möglichen Schwellenwert hin: Ab diesem schien Bewegung zwar nicht zu schaden, aber auch nicht mit einem weiteren Rückgang des Sterberisikos einherzugehen.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich daraus keine endgültigen Ursache-Wirkungs-Aussagen ableiten. Dennoch fassen die Forschenden ihre Ergebnisse so zusammen: „Insgesamt sprechen diese Daten dafür, dass eine langfristige Ausübung verschiedener Arten körperlicher Aktivität helfen könnte, die Lebensspanne zu verlängern.“ Das spreche für eine größere Bewegungsvielfalt.
Quelle: DOI 10.1136/bmjmed-2025-001513