Im Schnitt sind die Versicherten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) im Jahr 2024 neunmal zum Arzt gegangen. Der Anteil derjenigen mit besonders vielen Arztbesuchen ist innerhalb von zehn Jahren um acht Prozent gestiegen, teilt die Krankenkasse mit.
90 Prozent der Versicherten hatten sich 2024 mindestens einmal in einer Arztpraxis vorgestellt – in der Altersgruppe von 15 bis 54 Jahren waren es weniger, in den anderen Altersgruppen mehr. Im Schnitt gab es neun Arztbesuche pro Person und Jahr – bei den Frauen zehn und bei den Männern knapp acht pro Jahr.
Anteil der „Vielgeher“ hat zugenommen
Ein Vergleich mit Daten aus 2014 zeigt: Der Anteil der Menschen, die mindestens elfmal pro Jahr eine Arztpraxis aufsuchen, hat von 29 auf 37 Prozent zugenommen. Gleichzeitig hat der Anteil der Versicherten mit fünf bis acht Arztbesuchen pro Jahr von 56 auf 49 Prozent abgenommen.
Junge Menschen googeln, um sich einen Arzttermin zu ersparen
Im Alter zwischen 16 und 34 Jahren gaben viele Versicherte an, dass sie sich im Internet über medizinische Belange informierten. Gründe dafür waren zum Beispiel volle Wartezimmer und keine zeitnah verfügbaren Termine. Jeder fünfte junge Mann zwischen 20 und 49 Jahren ging gar nicht zum Arzt.
Hausarztpraxen als erste Anlaufstelle könnten Abhilfe schaffen
KKH-Vorstand Dr. Wolfgang Matz befürwortet eine Stärkung der Hausarztpraxen: „Unsere Daten und Umfrage-Ergebnisse zeigen, dass wir Versicherte künftig besser durch den Versorgungsdschungel lotsen müssen. Dringend notwendig ist die Einführung eines Primärversorgungssystems. Damit wären die Hausarztpraxen für Patientinnen und Patienten Ansprechpartner Nummer eins in allen medizinischen Fragen. Sie übernehmen die weitere Versorgung und koordinieren auch die Weiterbehandlung. Dadurch ließen sich Doppeluntersuchungen vermeiden. Auch würden Facharztpraxen und Kliniken entlastet.“