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Darmmikrobiom: Auch die Menge der Keime zählt

Dr. Frank Schäfer  |  17.07.2026 09:37 Uhr

Nicht nur die Zusammensetzung des Darmmikrobioms, sondern auch die Menge der Darmkeime könnte für die Darmgesundheit eine wichtige Rolle spielen. Darauf deutet eine Mausstudie der Universität Hohenheim hin, bei der Forschende unterschiedliche Ernährungsweisen unter die Lupe nahmen.

Sportlicher Mann isst Müsli.
Eine ballaststoffreiche Ernährung gilt als wichtiger Faktor für ein gesundes Darmmikrobiom.
© Drazen Zigic/iStockphoto

Das Darmmikrobiom, zu dem eine Vielzahl an Bakterien im Darm gehört, wird seit Jahren intensiv erforscht. Es spielt unter anderem bei Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Leiden sowie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eine Rolle. Doch viele der Forschungsergebnisse lassen sich nur schwer reproduzieren und für die medizinische Praxis nutzbar machen. Eine erweiterte Sichtweise könnte vielleicht Abhilfe schaffen. Denn womöglich spielt es nicht nur eine Rolle, welche Bakterien im Darm leben, wichtig könnte auch ihre absolute Menge sein.

Ballaststoffe und Intervallfasten mit ähnlichem Effekt

Forscher der Universität Hohenheim untersuchten in einer Mausstudie, wie sich verschiedene Ernährungsformen auf das Darmmikrobiom auswirken. Verglichen wurden:

  • eine ballaststoffreiche Ernährung
  • Intervallfasten
  • eine fettreiche Ernährung

Das überraschende Ergebnis: Eine ballaststoffreiche Ernährung und Intervallfasten führten zwar zu einer unterschiedlichen Zusammensetzung des Darmmikrobioms, bewirkten aber ähnliche Veränderungen im Darm und bei der Menge der Darmbakterien. So bewirkten beide Ernährungsformen unter anderem eine kürzere Darmpassage der Nahrung, eine geringere mikrobielle Dichte im Stuhl, eine geringere Ausscheidung von Mikroorganismen und niedrigere Entzündungswerte.

Eine fettreiche Ernährung zeigte gegenteilige Effekte: längere Durchgangszeiten der Nahrung im Darm und einer höhere mikrobiellen Dichte im Stuhl.

Was bedeutet dies für den Alltag?

Die Untersuchung wurde an Mäusen durchgeführt. Ob die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragbar sind, ist bislang offen. Deshalb ergeben sich daraus derzeit keine neuen Empfehlungen für die Ernährung.

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cell Reports. Langfristig könnten sie nach Einschätzung der Forschenden neue Ansätze für die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen liefern, die mit dem Darmmikrobiom in Zusammenhang stehen. Ob sich dieses Potenzial in der Praxis bestätigt, müssen weitere Studien zeigen.

Quelle: DOI 10.1016/j.celrep.2026.117624

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