Diabetes und Gene prägen das Risiko
Bei manchen Menschen mit metabolischer Fettlebererkrankung, kurz MASLD, entwickelt sich vergleichsweise früh eine Leberzirrhose. Besonders Typ-2-Diabetes und eine genetische Veranlagung waren in einer neuen Studie mit diesem Verlauf verbunden. Die Ergebnisse zeigen allerdings Zusammenhänge und beweisen nicht, dass diese Faktoren die frühe Zirrhose verursachen.
Leberzirrhose schon unter 50 Jahren
Die Forschende werteten Daten von rund 2.400 Erwachsenen mit biopsiebestätigter MASLD aus. Alle Teilnehmenden waren im US-amerikanischen NASH Clinical Research Network erfasst. Etwa ein Viertel der festgestellten Zirrhosefälle trat vor dem 50. Lebensjahr auf.
Nach Einschätzung der Studienautoren besitzen diese Patienten ein besonderes Risikoprofil: Erbliche Anfälligkeit und Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Adipositas nennen die Forschenden als mögliches Warnmerkmal. Wie stark die einzelnen Faktoren das Risiko verändern, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor.
Beim Screening bleiben Jüngere mitunter unentdeckt
Eine Leberzirrhose bleibt häufig unbemerkt, bis ernste Komplikationen auftreten. Um das Risiko einer fortgeschrittenen Vernarbung des Lebergewebes einzuschätzen, werden unter anderem Fibrose-Scores verwendet. In einige dieser Berechnungen fließt das Alter ein.
Das kann bei jüngeren Patienten und Patientinnen zum Problem werden: Fast ein Drittel der Teilnehmenden der Studie mit früh aufgetretener Zirrhose erreichte nach üblichen Schwellenwerten keinen Wert, der normalerweise eine weiterführende Untersuchung ausgelöst hätte. Die Autoren halten deshalb eine gezieltere Beurteilung der Leber bei jüngeren Menschen mit MASLD und zusätzlichen Risikomerkmalen für sinnvoll. Aus den Ergebnissen lässt sich jedoch weder eine allgemeine Screening-Empfehlung noch ein bestimmter Untersuchungsablauf ableiten.
Die Untersuchung erschien in der Fachzeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology. Da sie ausschließlich Menschen mit bereits biopsiebestätigter MASLD aus einem Forschungsnetzwerk erfasste, sind die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf alle jüngeren Erwachsenen oder alle Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas übertragbar.
Quelle: DOI 10.1016/j.cgh.2026.08.033