Menschen, die Statine einnehmen, erkranken möglicherweise seltener an einem Glaukom, auch Grünem Star genannt. Eine große Beobachtungsstudie deutet zudem darauf hin, dass die Erkrankung bei Betroffenen langsamer fortschreiten könnte.

Der Wirkstoff, der eigentlich zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte verschrieben wird, könnte womöglich noch einen weiteren Nutzen besitzen. Statine standen in einer aktuellen Analyse mit einem geringeren Risiko für ein Glaukom in Verbindung. Das ist besonders interessant, weil die Erkrankung zu den häufigsten Ursachen für eine Erblindung zählt. Ein Glaukom schädigt dauerhaft den Sehnerv.
Für die Untersuchung werteten Forschende Daten aus einer großen internationalen Gesundheitsdatenbank mit Informationen zu rund 165 Millionen Menschen aus. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachjournal British Journal of Ophthalmology. Sie verglichen mehr als 210.000 Menschen, die Statin einnahmen, mit einer ebenso großen Kontrollgruppe ohne Statine. Alle Teilnehmenden hatten augenärztliche Nachuntersuchungen erhalten.
Das Ergebnis: Die Einnahme von Statinen war mit einem um 15 Prozent geringeren Risiko verbunden, an einem Glaukom zu erkranken. Innerhalb von fünf Jahren wurden in der Statin-Gruppe 4.771 neue Fälle registriert. In der Vergleichsgruppe waren es 5.491.
Die Forschenden untersuchten außerdem, wie sich Statine bei Menschen auswirkten, die bereits an einem Glaukom erkrankt waren. Dafür verglichen sie mehr als 30.000 Glaukom-Patienten mit Statin-Therapie mit knapp 250.000 Betroffenen ohne Statine. Nach fünf Jahren war die Statin-Einnahme verbunden mit:
einem um 36 Prozent geringeren Risiko für eine klassische Glaukom-Operation
einem um 55 Prozent geringeren Risiko für eine minimalinvasive Glaukom-Operation
einem um 60 Prozent geringeren Risiko für einen speziellen Lasereingriff
einem um 12 Prozent geringeren Risiko, zusätzliche Augentropfen zur Drucksenkung zu benötigen
Auch nach zehn Jahren blieb dieser Zusammenhang bestehen.
Statine werden vor allem zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte eingesetzt. Frühere Untersuchungen hatten jedoch Hinweise geliefert, dass sie möglicherweise auch Nervenzellen schützen oder deren Absterben verlangsamen könnten. Ob dieser mögliche neuroprotektive Effekt tatsächlich eine Rolle bei der Entstehung oder dem Fortschreiten eines Glaukoms spielt, kann die aktuelle Studie jedoch nicht beantworten.
Quelle: DOI 10.1136/bjo-2026-330339
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