Bei diesen Symptomen sollten Sie auch an Diabetes als Ursache denken.

Es kann sich um eine Ketoazidose handeln, als schwerwiegende Übersäuerung des Blutes aufgrund eines Insulinmangels. Sie tritt vor allem bei Typ-1-Diabetikern auf, aber auch Typ-2-Diabetiker sind davor nicht völlig gefeit. Weil eine Ketoazidose potenziell tödlich enden kann, sollten mögliche Symptome immer ernst genommen werden und zum Arzt führen.
Bei länger anhaltenden Verdauungsproblemen, wie Völlegefühl, Verstopfung, Durchfällen, könnte es sich um eine Schädigung des Bauchnervensystems durch den Diabetes handeln. Reparabel ist das nicht, eine gute Blutzuckereinstellung kann jedoch das Fortschreiten womöglich aufhalten. Zudem lassen sich die Symptome behandeln.
Hinter einem einzelnen oder mehrerer der genannten Symptome kann sich eine Unterzuckerung verbergen. Meist beginnen die Symptome, wenn der Blutzucker unter etwa 70 Milligramm pro Deziliter sinkt. Gegenmaßnahme: schnell verfügbares Süßes. Dazu zählen Traubenzucker, mit Zucker gesüßte Getränke, Fruchtsaft, Gummibärchen. Schokolade, Kuchen, Kekse eignen sich nicht, weil der hohe Fettanteil den Übergang von Zucker aus dem Darm in die Blutbahn bremst.
Am wahrscheinlichsten sprechen diese Symptome bei Diabetikern für eine
Nervenschädigung, eine Neuropathie. Dabei können die Beschwerden sehr
unterschiedlich ausgeprägt sein, je nachdem, welcher Typ von Nervenfasern erkrankt ist. Je früher eine Neuropathie angegangen wird, desto besser die Chancen, dass sie sich nicht verschlechtert. Deshalb sollte man schon bei geringen Symptomen mit dem Diabetologen sprechen.
Diabetes kann direkt über hohe Zuckerwerte Depressionen verursachen, weil
hohe Glukosewerte wichtige Stimmungsregulatoren im Gehirn negativ beeinflussen. Am wichtigsten: dem Arzt von der eigenen Seelenlage berichten und das Ganze nicht verharmlosen, sondern auch an einen möglichen Zusammenhang mit dem Diabetes denken.
Es ist selten, dass der Diabetes die Sehfähigkeit akut beeinträchtigt. Wenn, sollte man niemals zuwarten, sondern schnellstmöglich einen Augenarzt aufsuchen. Womöglich ist eine größere Blutung in der Netzhaut aufgetreten.
Häufiger verschlechtert sich das Sehvermögen vorübergehend, wenn ein Diabetiker erstmals Medikamente gegen den hohen Blutzucker bekommt.
Stabilisieren sich die Blutzuckerwerte. Auf einem normalen Niveau, normalisiert
sich auch die Sehfähigkeit wieder.
Allerdings darf der Blutzucker nicht zu schnell abgesenkt werden, sonst können nicht nur die Augen, sondern auch die Nerven Schaden nehmen. Von "zu schnell" sprechen Mediziner, wenn der Langzeitblutzucker HbA1c binnen drei Monaten um mehr als zwei Prozentpunkte abnimmt.
Apothekerin Isabel Weinert
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