Eine Studie mit Menschen ab 70 Jahren zeigt, wo die größten Probleme bei der Medikamenteneinnahme liegen. Besonders häufig bereiten Augentropfen, leere Medikamentenvorräte und schwer zu öffnende Verpackungen Schwierigkeiten.

Forschende der Universität Duisburg-Essen sowie der Universitätskliniken Essen und Düsseldorf befragten 102 Menschen ab 70 Jahren, die dauerhaft mindestens fünf verschiedene Medikamente einnehmen. Dabei zeigte sich: Rund 40 Prozent der Befragten hatten Schwierigkeiten bei der Anwendung von Augentropfen. Jeder Fünfte berichtete außerdem, dass Medikamente bereits ausgegangen waren.
Die Ergebnisse zeigen, dass Probleme im Umgang mit Arzneimitteln häufig auftreten:
Diese Herausforderungen können die sichere und wirksame Behandlung beeinträchtigen.
Die Forschenden führen diese Herausforderungen unter anderem auf altersbedingte Veränderungen zurück. Eine nachlassende Sehkraft, eingeschränkte Fingerfertigkeit oder Gedächtnisprobleme können die regelmäßige und korrekte Einnahme von Medikamenten erschweren. Deshalb gewinnt die Kompetenz zum Medikamentenmanagement zunehmend an Bedeutung. Sie beschreibt die Fähigkeit, Arzneimittel sicher zu organisieren und richtig anzuwenden.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die meisten Teilnehmenden wussten, wofür ihre Medikamente bestimmt sind, und deren Nutzen positiv bewerteten. Das spreche dafür, dass Anwendungsfehler meist nicht auf mangelnde Motivation zurückzuführen seien, sondern auf praktische Hindernisse im Alltag, so die Studienautoren. Weitere Forschung soll nun zeigen, welche Unterstützungsangebote die sichere Medikamenteneinnahme im Alter am besten fördern und Medikationsfehler vermeiden können.
Quelle: DOI 10.3389/fpubh.2026.1834501
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