Ist ein Strich zu sehen oder doch nicht? Fast jede Frau hat schon einmal mehr oder minder nervös auf einen Schwangerschaftstest geschaut. Die Neue Apotheken Illustrierte beantwortet die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Schwanger oder doch nicht? Ein Griff ins Aquarium brachte es bis in die 60er-Jahre an den Tag. Apotheker nutzten damals Frösche, um festzustellen, ob eine Frau ein Kind bekommt oder nicht. Ein männlicher Frosch erhielt Urin oder Blut der möglicherweise Schwangeren unter die Haut gespritzt. Bildete der Frosch daraufhin Samenzellen, galt der Test als positiv.
Das gleiche Prinzip nutzen die heutigen Schwangerschaftstests. Sie weisen im Urin das Schwangerschaftshormon hCG nach. Die Abkürzung steht für humanes Chorion-Gonadotropin, das bei den Fröschen für die beschriebene Reaktion sorgt. Gesunde Frauen bilden es nur in der Schwangerschaft.
Das Ergebnis lässt sich einfach ablesen. Verfärbt sich der Streifen im Testfenster, ist die Frau schwanger. Wer sich unsicher fühlt, fragt seinen Apotheker. Er kann auch weitere Ratschläge geben, zum Beispiel zur zusätzlichen Versorgung mit Folsäure während der Schwangerschaft.
Urintests liefern bereits nach wenigen Minuten ein Resultat. Ihre Zuverlässigkeit liegt bei 99 Prozent.
Über die Nacht sammelt sich Urin in der Blase. Die hCG-Konzentration fällt deswegen morgens am höchsten aus. Als idealer Zeitpunkt für den Test gilt deshalb der erste Toilettengang nach dem Aufstehen.
Der hCG-Spiegel fällt zu Beginn der Schwangerschaft niedrig aus und steigt erst allmählich an. Frauen warten mit dem Urintest am besten mindestens bis zu dem Termin, an dem die Monatsblutung einsetzen müsste. Zu frühe Tests liefern sonst falsch negative Ergebnisse, weil sie auf die geringe Hormonmenge im Urin noch nicht ansprechen.
Einige Tests bestimmen den Zeitpunkt der Befruchtung. Sie ermitteln die genaue Konzentration des hCG. Prinzipiell gilt: Je höher der Wert, desto weiter liegt die Empfängnis zurück. Neben "Nicht schwanger" oder "Schwanger" zeigen diese Tests, wie lange die Empfängnis zurückliegt: "1 bis 2 Wochen", "2 bis 3 Wochen" oder "3+ Wochen".
Peter Erik Felzer
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