Unter der Woche gelten andere Essenszeiten als am Wochenende – bei vielen Menschen ist das ganz normal. Doch wer deutlich früher oder später isst, könnte damit seine innere Uhr durcheinanderbringen. In einer großen französischen Langzeitstudie war eine Verschiebung von mehr als einer Stunde bei Männern mit einem höheren Herz-Kreislauf-Risiko verbunden.

Bei Männern zeigte sich während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 8,1 Jahren ein Zusammenhang zwischen wechselnden Essenszeiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer sein tägliches Essensfenster am Wochenende um mehr als eine Stunde nach vorn verschob, hatte ein 44 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein 68 Prozent höheres Risiko für koronare Herzkrankheiten.
Lag der Mittelpunkt des Essensfensters am Wochenende mehr als eine Stunde später als sonst, war das Risiko für koronare Herzkrankheiten um 36 Prozent erhöht. Für Erkrankungen der Hirngefäße zeigte sich dagegen kein Zusammenhang. Bei Frauen fanden die Forscher keine statistisch eindeutige Verbindung.
Für die Studie werteten die Forscher Essenszeiten von mehr als 100.000 Erwachsenen aus der französischen NutriNet-Santé-Kohorte aus. Die Teilnehmer hatten wiederholt angegeben, wann sie ihre erste und letzte kalorienhaltige Mahlzeit des Tages zu sich nahmen.
Daraus berechneten die Forscher den zeitlichen Mittelpunkt des täglichen Essensfensters. Wer beispielsweise erstmals um 8 Uhr und zuletzt um 20 Uhr etwas Kalorienhaltiges zu sich nimmt, hat einen Mittelpunkt um 14 Uhr.
Verschob sich dieser Mittelpunkt zwischen Werktagen und Wochenende um höchstens eine Stunde, galten die Essenszeiten als weitgehend konstant. Bei einer Verschiebung um mehr als eine Stunde nach vorn oder hinten sprachen die Forscher von einem „Eating Jetlag“.
Die Zusammenhänge blieben auch bestehen, nachdem unter anderem Ernährungsqualität, Schlafenszeit und Schlafdauer berücksichtigt worden waren. Auch der sogenannte soziale Jetlag wurde in die Berechnungen einbezogen. Damit sind Unterschiede im Schlaf-Wach-Rhythmus zwischen Arbeits- und freien Tagen gemeint, die mit ungünstigen Folgen für Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel in Verbindung gebracht werden. Die Berücksichtigung des sozialen Jetlags veränderte die beobachteten Zusammenhänge nur geringfügig.
Die Forschenden vermuten, dass vor allem die Regelmäßigkeit der Essenszeiten eine Rolle spielen könnte. Nahrung dient dem Körper als Zeitgeber und beeinflusst damit innere Uhren, die unter anderem Stoffwechselvorgänge steuern. Häufig wechselnde Essenszeiten könnten diese Rhythmen stören.
Die Studie kann allerdings nicht zeigen, dass wechselnde Essenszeiten Herz-Kreislauf-Erkrankungen tatsächlich verursachen. So lagen beispielsweise keine genauen Angaben zu den Arbeitszeiten vor. Auch Faktoren wie Arbeitsstress, nächtliche Lichtexposition, Zeitpunkt körperlicher Aktivität oder Medikamenteneinnahme könnten die Ergebnisse beeinflusst haben. Ob regelmäßigere Essenszeiten das Herz schützen können, müssen daher weitere Studien klären.
Quelle: DOI: 10.1038/s43856-026-01758-5
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