Alkohol schädigt Nervenzellen, und zwar so sehr, dass die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) in einer Pressemitteilung vor dem sprichwörtlichen „Gehirn wegsaufen“ warnt. Die Gefahr des Alkoholkonsums werde weithin stark unterschätzt. Dass Alkohol in moderaten Mengen die Gesundheit fördert, ist dagegen ein Mythos.

Laut DHS Jahrbuch Sucht ist der Verbrauch an alkoholischen Getränken zwischen 2021 und 2022 um 1,4 Prozent gestiegen – von 118,5 auf 120,1 Liter pro Kopf jährlich. Das ist Fachleuten der DGN zufolge zu viel, zu oft und zu unbedacht.
Alkohol schädigt auf vielfache Weise das Gehirn. Und zwar so sehr, dass alkoholanhängige Menschen häufig schon in mittlerem Alter starke Demenzsymptome entwickeln.
„Alles in allem kann man sagen, dass die neurologischen Langzeitfolgen des Alkoholkonsums enorm sind. Sie treten oft nicht in Erscheinung, weil sie natürlich zusammen mit anderen alkoholinduzierten Krankheiten auftreten, die meistens als Todesursache im Vordergrund stehen. Verstirbt ein Alkoholiker an einer Leberzirrhose, bleibt in den Köpfen hängen, dass Alkohol die Leber schädigt, selbst wenn der Betroffene über viele Jahre zuvor an einer Alkoholdemenz litt. Unser Anliegen ist es deshalb, die Gefahren des Alkohols auf Nerven und Gehirn bekannter zu machen – denn, um es einmal plakativ auf den Punkt zu bringen: Ja, man kann sich tatsächlich sein Gehirn wegsaufen“, erklärte Prof. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung.
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