Etwa jeder dritte Deutsche kauft nach eigenen Angaben häufig Bio-Produkte. Andere tun dies seltener, sei es wegen des Preises, der Auswahl oder Marken-Vorlieben. Warum sich bio dennoch lohnt, lesen Sie hier.

Sie haben mehr Platz, dürfen an die frische Luft und werden nicht verstümmelt. Und das sind nur einige Vorteile der ökologischen Tierhaltung. Bio-Tieren werden weder routinemäßig die Ringelschwänzchen noch die Schnäbel abgeschnitten. Mastschweine etwa haben doppelt so viel Platz im Stall und dürfen die meiste Zeit ihres Lebens draußen verbringen. Aufgrund der besseren Haltungsbedingungen sind die Tiere gesünder und bekommen seltener chemisch-synthetische Arzneimittel wie Antibiotika. Wird ein Tier krank, bekommt es möglichst Naturarzneimittel.
Ökologisch bewirtschaftete Bauernhöfe funktionieren weitgehend als in sich geschlossene Systeme. Der Tierbestand ist an die Fläche des Betriebs gebunden, sodass die Tiere nicht mehr Mist und Gülle produzieren als zur Düngung im eigenen Betrieb erlaubt ist. Böden halten die Bauern außerdem weitgehend durch geeignete Fruchtfolgen, Kompost und Gründüngung fruchtbar. Chemisch-synthetische Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel sind verboten. Zur Schädlingsbekämpfung nutzen Ökobauern natürliche Substanzen, “Unkraut” wird gehackt und nicht chemisch bekämpft. Auf diese Weise bleiben die Böden gesund, Wasser und Luft werden wenig belastet und die Artenvielfalt gefördert.
Alle Lebensmittel in Deutschland unterliegen regelmäßigen Kontrollen und dürfen schädliche Stoffe nur in geringen und ungefährlichen Mengen enthalten. Durch die besonderen Anbaubedingungen enthalten Bio-Lebensmittel aber noch deutlich weniger Pestizid- oder Arzneimittelrückstände, Schwermetalle, Nitrat oder Schimmelpilzgifte. Hinzu kommt, dass Produzenten bei der Weiterverarbeitung weniger Zusatzstoffe wie Farb- oder Konservierungsstoffe verwenden. Die EU-Ökoverordnung lässt insgesamt 47 Stoffe zu, Anbauverbände wie Bioland oder Naturland nur rund 20, Demeter 13. In herkömmlichen Lebensmitteln dürfen Produzenten rund 320 verschiedene Zusatzstoffe einsetzen. Auch Gentechnik ist in Biolebensmitteln tabu.
In einem Lebensmittel soll zum einen nichts Schädliches enthalten sein (siehe Punkt 3). Zum anderen enthält es möglichst viele wertvolle Nährstoffe. Nicht jedes Bio-Obst oder -Gemüse ist gesünder als herkömmliches. Doch Untersuchungen weisen darauf hin, dass
Klar, beim Einkauf spielen die Kosten eine Rolle. Doch auch bei Bio-Qualität lassen sich Schnäppchen machen. Im Angebot oder im Discounter lässt sich ordentlich sparen. Grundlebensmittel wie Milch, Mehl oder Nudeln kosten zwar etwas mehr, aber insgesamt weniger als verarbeitete Lebensmittel. Beim Fleisch lässt sich am besten an der Menge sparen. Wer nur ein oder zweimal in der Woche ein kleines Stück in Bioqualität verzehrt, kann es sich eher leisten.
Es gibt noch immer Menschen, die zweifeln und denken, dass es sich bei “Bio” um eine Mogelpackung handelt. Doch regelmäßige Kontrollen beweisen das Gegenteil. So überprüfen amtlich zugelassene Kontrollstellen mindestens einmal jährlich die Betriebe und führen zusätzlich unangemeldete Stichproben bei den Erzeugern und Verarbeitern durch. Die Arbeit der Kontrollstellen wiederum wird staatlich kontrolliert. Anbauverbände wie Bioland, Naturland oder Demeter haben zusätzliche Kontrollen.
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Lithiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Luftbelastung durch duftende Putzmittel…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern