Erdbeeren gehören zu den beliebtesten Sommerfrüchten. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt rund 3,9 Kilogramm pro Jahr. Neben ihrem Geschmack liefern sie zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe. Ob sie auch das Herz schützen können, haben Forscher aus den USA untersucht.
Kleine Studie zeigt mögliche Vorteile
An der Studie des Illinois Institute of Technology nahmen 68 Erwachsene zwischen 20 und 62 Jahren teil, die überwiegend übergewichtig waren. Eine Gruppe verzehrte vier Wochen lang täglich eine Portion Erdbeeren in Form eines Smoothies, die Vergleichsgruppe nicht.
Nach der Untersuchung zeigte sich: Bei den Teilnehmern mit Erdbeeren entwickelten sich einige Messwerte, die mit Blutzucker und Herz-Kreislauf-Gesundheit zusammenhängen, günstiger. Die Forscher errechneten daraus mithilfe eines Risikomodells ein niedrigeres Herz-Kreislauf-Risiko.
Was sagen die Ergebnisse wirklich?
Die Studie liefert interessante Hinweise, beweist aber keinen direkten Herzschutz durch Erdbeeren. Dafür war sie zu klein und zu kurz. Außerdem wurden keine Herzinfarkte oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen beobachtet, sondern vor allem Laborwerte und daraus berechnete Risikoschätzungen.
Hinzu kommt: Finanziert wurde die Untersuchung von der California Strawberry Commission, einem Zusammenschluss von Erdbeererzeugern. Solche Studien sollten grundsätzlich besonders kritisch eingeordnet und durch unabhängige Forschung bestätigt werden.
Warum Erdbeeren trotzdem eine gute Wahl sind
Unabhängig von der Studie gelten Erdbeeren als nährstoffreiche Frucht. Bereits 150 Gramm decken den täglichen Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen. Außerdem enthalten sie unter anderem:
- Folsäure
- Vitamin B1 und Vitamin K
- Mineralstoffe wie Mangan, Kupfer und Zink
- sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken
Erdbeeren passen deshalb gut zu einer ausgewogenen Ernährung. Ob sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen tatsächlich senken, müssen größere und langfristige Studien noch zeigen.
Quelle: DOI 10.1016/j.cdnut.2024.102626