Alkoholkonsum: Ist Wein gesünder als Bier oder Schnaps?

Dr. Frank Schäfer  |  11.08.2026 13:25 Uhr

Kleine Mengen Alkohol können gesundheitlich unterschiedlich wirken – je nachdem, was im Glas landet. Eine große Analyse auf Basis von Daten einer britischen Gesundheitsdatenbank zeigt Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Leiden und bei dem Risiko, durch solche Erkrankungen zu sterben.

Freunde im mittleren Alter sitzen an einem gedeckten Tisch und prosten sich mit Rotwein zu. zu.
Wein hat den Ruf, gesünder zu sein als andere alkoholische Getränke. Eine Studie hat das erneut untersucht.
© Sabrina Brache/iStockphoto

Ist ein Glas Wein gesünder als ein Bier oder Schnaps? So einfach ist es nicht. Die wichtigste Erkenntnis der Untersuchung lautet: Viel Alkohol war unabhängig von der Art des alkoholischen Getränkes ist mit höheren Gesundheitsrisiken verbunden. Bei kleinen und mittleren Mengen zeigten sich jedoch Unterschiede je nach Art des alkoholischen Getränkes.

Viel Alkohol erhöht vor allem das Risiko an Krebs zu sterben

Die Forschenden werteten Daten von 340.924 Erwachsenen aus der britischen UK Biobank aus. Im Durchschnitt wurden die Teilnehmer gut 13 Jahre beobachtet.

Menschen mit hohem Alkoholkonsum hatten gegenüber Nicht- oder Gelegenheitstrinkern ein um 24 Prozent höheres Risiko, im Untersuchungszeitraum zu sterben. Das Risiko für einen krebsbedingten Tod lag 36 Prozent höher, für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 14 Prozent höher.

Wein schneidet besser ab als Spirituosen und Bier

Bei einem niedrigeren Konsum zeigte sich ein anderes Bild: Bier, Apfelwein/Cidre und Spirituosen waren bereits in kleinen bis mittleren Mengen mit einem höheren Sterberisiko verbunden. Bei Wein beobachteten die Forscher dagegen ein niedrigeres Risiko.

Deutlich war der Unterschied auch beim Herz-Kreislauf-Tod: Moderater Weinkonsum war gegenüber keinem oder nur gelegentlichem Alkoholkonsum mit einem 21 Prozent niedrigeren Risiko verbunden. Bei kleinen Mengen an Bier, Apfelweingetränken oder Spirituosen war das Risiko dagegen um 9 Prozent erhöht.

Warum zeigt Wein positive Wirkungen in der Studie?

Ob Wein tatsächlich gesund ist, lässt sich aus den Daten der Studie nicht ableiten. Die Untersuchung ist eine Beobachtungsstudie und kann daher nicht beweisen, dass Wein tatsächlich die Ursache für das niedrigere Risiko ist. Hinzu kommt: Die Angaben der Personen in der Datenbank zu ihrem Alkoholkonsum wurden von ihnen zu Beginn der Datenerhebung selbst gemacht. Veränderungen ihrer Trinkgewohnheiten während der folgenden Jahre wurden nicht berücksichtigt.

Als mögliche Erklärung für die Unterschiede kommen auch Begleitumstände infrage: Wein wird häufiger zum Essen getrunken als andere Alkoholika. Weintrinker hatten in der untersuchten Gruppe zudem häufiger eine bessere Ernährungsqualität und andere günstigere Lebensgewohnheiten. Inhaltsstoffe wie Polyphenole im Wein könnten eine Rolle spielen.

Ist es gesund, Wein zu trinken?

Die Ergebnisse sind kein Grund, aus gesundheitlichen Gründen mit dem Weintrinken anzufangen oder Bier gegen Wein auszutauschen. Sie zeigen vor allem, dass Menge, Getränkesorte und Trinkgewohnheiten bei der Bewertung von Alkohol gemeinsam betrachtet werden müssen. 

Und die beim Annual Scientific Session des American College of Cardiology (ACC.26) vorgestellte Analyse bestätigt zugleich einen wichtigen Punkt: Hoher Alkoholkonsum war klar mit höheren Gesundheitsrisiken verbunden.

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