Mangelernährung bei Diabetes besonders problematisch
Mangelernährung ist nicht mit Untergewicht gleichzusetzen. Auch normal- oder übergewichtige Menschen können zu wenig Eiweiß, Energie, Vitamine oder Mineralstoffe aufnehmen. Deshalb ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Denn essen ältere Menschen mit Diabetes weniger, während sie ihre Medikamente unverändert einnehmen, kann das Risiko für Unterzuckerungen steigen. Darauf weist der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD) hin.
Diese Warnzeichen sollten Familien beachten
Nehmen Menschen mit Diabetes ungewollt ab, sollte man das ernst nehmen. Erste Veränderungen zeigen sich häufig im Alltag: Kleidung sitzt plötzlich weiter, die Wangen wirken eingefallen oder Haut und Schleimhäute sind trocken. Auch unangetastete Mahlzeiten und stehen gebliebene Getränke sind Warnsignale, auf die Angehörige oder das Pflegepersonal achten können. Ein Ess- und Trinkprotokoll über mehrere Tage hilft dabei, Veränderungen zu erkennen.
Strenge Diabetes-Diäten können im Alter schaden
Im höheren Lebensalter verschieben sich die Therapieziele häufig. Der Erhalt von Kraft, Selbstständigkeit und Lebensqualität rückt stärker in den Vordergrund. „Ernährungsvorgaben sind daher mit Vorsicht zu genießen“, so Boehm. „Light-Produkte sollten im hohen Lebensalter eher vermieden werden. Essen und Trinken dienen nicht nur der Nährstoffaufnahme. Sie strukturieren den Tag, knüpfen an Gewohnheiten an und haben soziale Bedeutung.“
„Strenge Diätregeln können im Alter mehr schaden als nützen“, ergänzt Sebastian Bittner, Vorstandsmitglied des VDBD. „Wenn Menschen weniger essen, aber Insulin oder andere blutzuckersenkende Medikamente unverändert weiterlaufen, steigt das Risiko für Unterzuckerungen.“
Warum ausreichendes Trinken so wichtig ist
Bei Diabetes kann ein Flüssigkeitsmangel schneller zu einem Problem werden: Sind die Blutzuckerwerte – auch durch den Flüssigkeitsmangel – deutlich erhöht, scheidet der Körper Zucker über den Urin aus. Dadurch müssen Betroffene häufiger zur Toilette und trocknen noch leichter aus. So kann ein Teufelskreis entstehen. Betroffene können dann müde und verwirrt wirken. Auch Kreislauf und Nieren können belastet werden. Auch Medikamente wie GLP-1-Rezeptoragonisten können das Durstgefühl abschwächen. Deshalb sollte das Trinken bewusst in den Tagesablauf eingebunden werden.
„Feste Trinkzeiten, gut sichtbare Getränke, kleine Gläser, Suppen, wasserreiches Obst oder ungesüßte Tees helfen dabei, die Flüssigkeitseinnahme zu steigern“, empfiehlt Bittner. „Bei Herz- oder Nierenerkrankungen sollte die Trinkmenge besonders im Auge behalten werden und ärztlich abgestimmt werden.“