Nahrungsergänzung bei Diabetes: Wann sie sinnvoll sind – und wann nicht

Katrin Faßnacht-Lee  |  20.04.2026 13:03 Uhr

Viele Menschen greifen zu Vitaminen und Mineralstoffen in Kapselform. Doch nicht jede Tablette bringt Vorteile für die Gesundheit. Expertinnen geben Tipps, wann Supplemente bei Diabetes sinnvoll sein können.

eine ältere Frau nimmt eine Kapsel und hält ein Glas Wasser in der Hand.
Besteht ein Mangel, können bei Diabetes bestimmte Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.
© shurkin_son/iStockphoto

„Viele nehmen Nahrungsergänzungsmittel in der Hoffnung, ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Doch ohne nachgewiesenen Mangel sind viele Präparate überflüssig – und eine zu hohe Dosierung kann sogar manchmal schaden“, warnt Theresia Schoppe vom Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD). Gerade bei Diabetes kann der veränderte Stoffwechsel zwar das Risiko für Nährstoffdefizite erhöhen. Dennoch gilt: Eine gezielte Supplementierung sollte nur nach ärztlicher Abklärung erfolgen.

Wichtige Nährstoffe für Menschen mit Diabetes

  • Vitamin B12 & Folsäure: Besonders relevant bei Einnahme von Metformin. Das Medikament kann die Aufnahme von Vitamin B12 verringern. Ein Mangel kann Nervenprobleme verursachen. Regelmäßige Kontrolle ist sinnvoll.
  • Vitamin DWichtig für Insulinproduktion und -sensitivität. Häufig niedriger Spiegel bei Typ-2-Diabetes, aber: Supplemente nur bei nachgewiesenem Mangel. Überdosierung kann schädlich sein.
  • Magnesium:  Unterstützt den Energiestoffwechsel und die Insulinausschüttung. Bei ausgewogener Ernährung meist ausreichend vorhanden. Zu viel kann Verdauungsprobleme verursachen.
  • Zink & Chrom: Spielen eine Rolle bei der Insulinwirkung. Ein Mangel ist selten, da beide Spurenelemente in vielen Lebensmitteln enthalten sind.
  • Vitamin C: Antioxidativ und gefäßschützend. Ein Mangel ist selten, eine zusätzliche Einnahme gilt als risikoarm, der Nutzen ist jedoch nicht eindeutig belegt.
  • Omega-3-Fettsäuren:  Können entzündungshemmend wirken und das Herz-Kreislauf-Risiko senken. Besonders sinnvoll für Menschen, die wenig fettreichen Fisch essen. 

Vorsicht bei Werbung und Social Media

Im Internet werden Produkte mitunter als „Blutzucker-Regulatoren“ beworben. Doch viele Versprechen halten wissenschaftlicher Prüfung nicht stand. „Die Wirksamkeit vieler dieser Präparate ist wissenschaftlich nicht belegt – und manche sind sogar in einzelnen Bestandteilen überdosiert oder enthalten problematische Zusatzstoffe“, erklärt Kathrin Boehm vom VDBD.

Auch Selbsttests zur Nährstoffbestimmung seien kritisch zu sehen, da einzelne Werte wenig Aussagekraft hätten.

Ernährung bleibt die beste Grundlage

„Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und ein stabiles Gewicht bringen mehr für den Blutzucker und die Gesundheit als jede Pille“, betont Schoppe.

Nahrungsergänzungsmittel können im Einzelfall sinnvoll sein – sie ersetzen jedoch keine ausgewogene Ernährung oder medizinische Therapie. Wer unsicher ist, sollte sich fachkundig beraten lassen.

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