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Ist schwarzer Reis gesünder als weißer? Was eine Laborstudie zeigt

Katrin Faßnacht-Lee  |  23.09.2026 09:30 Uhr

Schwarzer und grüner Klebereis enthalten besondere Fettverbindungen. Zudem wurde ihre Stärke im Labor langsamer abgebaut. Ob das dem Blutzucker zugutekommt, ist jedoch noch nicht belegt.

Schwarzer Reis auf einem Holzbrett.
Schwarzer und grüner Reis enthalten besondere Fettverbindungen.
© Karisssa/iStockphoto

Farbige Reissorten könnten sich ernährungsphysiologisch von gewöhnlichem weißem Reis unterscheiden. Eine Analyse japanischer Sorten zeigt, dass vor allem schwarzer und grüner Reis besondere Fette enthalten. Bei Versuchen im Labor wurde ihre Stärke außerdem langsamer zerlegt. Das könnte theoretisch dazu führen, dass Glukose nach dem Essen langsamer ins Blut gelangt. An Menschen wurde dies jedoch nicht untersucht.

Schwarzer und grüner Reis fallen bei der Analyse auf

Für die im Fachjournal Food Research International veröffentlichte Untersuchung analysierten Forscher 56 Japonica-Reissorten aus verschiedenen Regionen Japans. Japonica ist eine meist kurz- bis mittelkörnige Reisart, die beim Kochen weich und leicht klebrig wird. Berücksichtigt wurden braune, rote, grüne, schwarze und weitere Sorten.

Besondere Fettverbindungen in Reissorten entdeckt

Mithilfe moderner Analyseverfahren identifizierte das Team 196 verschiedene Lipidmoleküle aus fünf größeren Gruppen. Lipide sind Fette und fettähnliche Substanzen. Obwohl Reis nur etwa zwei Prozent Fett enthält, können diese Verbindungen seinen Nährwert, den Geschmack und die Qualität beeinflussen.

Vor allem schwarzer und grüner Reis besaßen auffällige Lipidprofile. Dazu gehörten FAHMFAs und LNAPEs. Solche Fettverbindungen wurden in anderen biologischen Systemen bereits mit entzündungshemmenden oder günstigen Stoffwechseleffekten in Verbindung gebracht. FAHMFAs wiesen die Forscher nach eigenen Angaben erstmals in Reis nach.

Blutzuckerwirkung ist noch nicht bewiesen

Zusätzlich kochten die Forscher ausgewählte Reisproben und behandelten sie im Labor mit Verdauungsenzymen. Anschließend maßen sie, wie schnell die enthaltene Stärke zerlegt wurde. Bei schwarzem und grünem Reis verlief dieser Prozess langsamer als bei typischem weißem Reis.

Das liefert einen Hinweis darauf, dass Glukose nach dem Verzehr möglicherweise langsamer ins Blut gelangen könnte. Einen geringeren Blutzuckeranstieg belegt die Untersuchung aber nicht, da der Blutzuckeranstieg nicht bei Menschen gemessen wurde.

Ob schwarzer oder grüner Reis tatsächlich Vorteile für Menschen mit erhöhtem Blutzucker bietet oder das Risiko für Typ-2-Diabetes beeinflusst, lässt sich daher noch nicht beantworten. Dafür wären Ernährungsstudien mit Versuchspersonen notwendig.

Quelle: DOI: 10.1016/j.foodres.2025.117895

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