Ein Duft aus den Wurzeln der japanischen Hinoki-Zypresse könnte den Schlaf verbessern. In einer kleinen Studie wachten Frauen nachts seltener auf und fühlten sich morgens erholter. Auch ihre Hirnströme veränderten sich.

Für die im „Journal of Wood Science“ veröffentlichte Untersuchung testeten Forschende der Kyushu University ein ätherisches Öl aus den Wurzeln der japanischen Hinoki-Zypresse (Chamaecyparis obtusa). An der Studie nahmen zwölf japanische Frauen zwischen 35 und 60 Jahren teil. Jede Teilnehmerin verwendete zwei Wochen lang das Hinoki-Wurzelöl und weitere zwei Wochen eine geruchlose Kontrolllösung aus Squalanöl.
Vor dem Schlafengehen gaben die Frauen jeweils drei Tropfen in einen Papierbecher, atmeten den Duft zehn Sekunden lang ein und stellten den Becher anschließend etwa 30 Zentimeter von ihrer Nase entfernt auf. Dort blieb er über Nacht stehen.
Die Forschenden untersuchten den Schlaf auf verschiedene Arten: Ein Stirnband zeichnete die Hirnströme auf, eine Smartwatch erfasste Schlafdaten. Außerdem beantworteten die Teilnehmerinnen jeden Morgen Fragen zu ihrem Schlaf und ihrem Befinden.
Nach wiederholter Anwendung zeigten sich Unterschiede gegenüber der Kontrollphase. Die Smartwatch-Daten deuteten darauf hin, dass die Frauen nach 13 Tagen mit dem Hinoki-Öl nachts seltener aufwachten. Sie berichteten außerdem, morgens weniger schläfrig zu sein und sich besser von ihrer Müdigkeit erholt zu haben.
Auch bei den Hirnstrommessungen zeigte sich ein Unterschied: Ab dem siebten Tag mit dem Hinoki-Öl nahm die sogenannte Slow-Wave-Aktivität zu. Diese langsamen Hirnwellen sind besonders für den Tiefschlaf typisch. Die Forschenden vermuten deshalb, dass der Duft tiefere Schlafphasen fördern könnte.
Den Duft selbst bewerteten die Teilnehmerinnen positiv. Sie empfanden ihn unter anderem als entspannend, angenehm, elegant, nostalgisch und holzig.
Die Ergebnisse liefern erste Hinweise darauf, dass Hinoki-Wurzelöl den Schlaf und das morgendliche Erholungsgefühl verbessern könnte. Allerdings nahmen nur zwölf Frauen an der Studie teil. Zudem lassen sich die beobachteten Veränderungen noch nicht eindeutig als schlaffördernde Wirkung des Öls einordnen.
Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob sich die Ergebnisse bei größeren Teilnehmergruppen bestätigen, welche Menge sinnvoll wäre und wie das Öl am besten angewendet werden sollte.
Das verwendete Hinoki-Öl stellte das Unternehmen Ouken zur Verfügung, das an der Studie beteiligt war und bei dem drei der Autoren beschäftigt sind. Nach Angaben der Autoren hatte das Unternehmen keinen Einfluss auf Studiendesign, Auswertung oder Interpretation der Ergebnisse.
Quelle: DOI 10.1186/s10086-026-02296-3
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