Können Smartwatch-Daten früh einen Depressions-Rückfall anzeigen? Laut einer Studie veränderte sich der Schlafrhythmus oft Wochen vorher.

Smartwatches könnten als Frühwarnsystem für Rückfälle bei Depression dienen, berichten Forschende in dem Fachmagazin „JAMA Psychiatry“. Die Geräte erkennen Veränderungen im Schlaf- und Tagesablauf und können dadurch schon Wochen oder sogar Monate vorher Hinweise auf zurückkehrende schwere Depressionen geben.
Für die Studie wurden Bewegungsdaten von Smartwatches von 93 Erwachsenen ausgewertet, die eine Depression überstanden hatten. Die Teilnehmenden trugen die Geräte ein bis zwei Jahre lang.
Die Auswertung ergab, dass Personen mit einem unregelmäßigeren Schlafmuster ein fast doppelt so hohes Rückfallrisiko hatten. Der Schlafrhythmus wurde vor einem Rückfall oft unregelmäßiger. Am stärksten sagten geringe Unterschiede zwischen der Tages- und Nachtaktivität einen Rückfall vorher. Auch mehr in der Nacht nach dem Einschlafen wach verbrachte Zeit war mit einem höheren Rückfallrisiko verbunden.
„Es ist seit Langem bekannt, dass abweichende Schlaf- und Aktivitätsmuster mit einem höheren Risiko für einen Rückfall in die Depression einhergehen. Die Möglichkeit, diese auffälligen Muster mithilfe intelligenter Sensoren passiv zu erfassen, eröffnet vielversprechende neue Perspektiven für die personalisierte Behandlung von wiederkehrenden Erkrankungen wie Depressionen. Stellen Sie sich eine Zukunft vor, in der eine Smartwatch Menschen warnen kann: ‚Eine neue depressive Episode tritt sehr wahrscheinlich innerhalb der nächsten vier Wochen auf. Wie wäre es mit einem Arztbesuch?‘“, beschrieb Professor Benicio Frey, McMaster University in Ontario (Kanada), vorstellbare Möglichkeiten für die Zukunft.
Quelle: DOI 10.1001/jamapsychiatry.2025.4453
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